Ludwigshafen

Kommunalwahl Versammlung setzt auf 55-jährigen Fraktionschef als Spitzenkandidaten / Schwerpunkte auf Verkehr und Stadtentwicklung

Thomas Schell führt FDP-Stadtratsliste an

Archivartikel

Ludwigshafen.Einstimmig haben die Ludwigshafener Liberalen Thomas Schell (Bild) zum Spitzenkandidaten für die Kommunalwahl im Mai gewählt. Der 55-jährige Rechtsanwalt ist Fraktionschef im Stadtrat und gehört dem Gremium bereits seit zehn Jahren an. Seine Themen sind der Verkehr und die Stadtentwicklung, um die sich die FDP große Sorgen mache. Seine Forderungen: Eine dritte Rheinquerung, die Koordinierung aller Großbauprojekte, ein Stadtentwicklungsplan sowie ein Projektmanagement, das Bauabläufe und Kosten überwacht.

Bei der Mitgliederversammlung in der Vereinsgaststätte des TFC 1861 auf der Parkinsel trug jeder Bewerber für die Stadtratsliste ein anderes Thema vor – die Kandidaten traten quasi als Team an. Dazu passte, dass es keine Kampfkandidaturen gab und nur vereinzelt Gegenstimmen. Die ersten zehn Kandidaten wurden einzeln gewählt, der Rest als Liste. Hintergrund: Die FDP hat im Stadtrat derzeit vier Sitze.

Hinter Schell auf Platz zwei der Liste gewählt wurde Hans-Peter Eibes bei einer Nein-Stimme der 24 wahlberechtigten Mitglieder, darunter vier Frauen. Er ging auf die Digitalisierung ein, die den Alltag verändern werde, aber Chancen biete. Der 60-Jährige betonte, dass die FDP „die Finger in die Wunden legt und über den Tellerrand schaut“. Platz drei belegt Norbert Grimmer. Der 63-Jährige nahm das Thema Digitalisierung auf und forderte eine schlankere Verwaltung. Diese solle sich auf Kernaufgaben konzentrieren und bürgernah sein.

Auf Platz vier folgt Friedrich Bauer (60), der auf die Themen Sicherheit, Ordnung und Sauberkeit einging. Seit 2007 treffe sich dazu ein Arbeitskreis – „aber man sieht kein Ergebnis“. Er forderte, dass die Stadt bei illegalem Müllabladen Strafen verhängt und gegen Falschparker stärker vorgeht. Wie Bauer wurde auch Jörg Matzat (46) auf Platz fünf einstimmig gewählt. Der Polizist kritisierte, dass 15 Prozent der Schüler in der Stadt die Schule ohne Abschluss verlassen – „die größte Anzahl in Rheinland-Pfalz“. Er bemängelte „Programm-Wirrwar“ bei der Bildungspolitik der Stadt: „Diese muss Chefsache sein!“

Hinter Matzat folgen Andreas Werling (54), Florian Fischer (37), Simone Appelmann (47) – als einzige Frau unter den ersten zehn Kandidaten – Joachim Vocke (57) und Dieter Schneider (67). RoS