Ludwigshafen

Berliner Platz Metropol-Investor stellt geändertes Parkplatzkonzept vor / Ortsbeirat Süd befürwortet Offenlage mit knapper Mehrheit

Tiefgarage unterm Platanenhain

Archivartikel

Ludwigshafen.Für das Metropol-Hochhausprojekt am Berliner Platz ändert der Investor Timon Bauregie GmbH (Ettlingen) sein Parkhauskonzept. Er will nun eine zweistöckige Tiefgarage mit 132 Stellplätze unter dem Platanenhain bauen. Dies erklärte Geschäftsführer Stephan Mertens am Mittwochabend im Ortsbeirat Südliche Innenstadt. Wegen des Baus sollen rund 60 Bäume ausgegraben, bei einer Fachfirma zwischengelagert und danach wieder eingesetzt werden. Ursprünglich wollte der Investor ein Parkhaus für 330 Stellplätze errichten und hatte heftigen Protest ausgelöst.

Das neue Konzept wurde im Ortsbeirat mit sechs gegen vier Stimmen akzeptiert. Für eine Offenlage der Pläne stimmten die CDU („Glücksgefühle stellen sich bei uns aber nicht ein“) sowie Teile der SPD-Fraktion. Andreas Werling (FDP) und Lorena Schmitt (SPD) enthielten sich der Stimme. Grüne und Linke lehnten das Projekt weiterhin ab.

Streit um Baumverpflanzungen

Jens Brückner (Grüne) befürchtet nach der Umpflanzung einen Totalverlust bei den Platanen. Mertens teilt diese Ansicht nicht. Die Bäume würden nach einer Wiedereinpflanzung einen 1,5 Meter tiefen Wurzelbereich haben. „Das reicht bei Platanen“, bestätigte die städtische Abteilungsleiterin Gabriele Bindert. Generell sei die Auspflanzung aber „keine leichte Sache“. Nach dem Umpflanzungsschock müssten sich die Bäume zwei Jahre lang erholen. Der Investor werde die Platanen fünf Jahre lang pflegen. „Der Hain muss so hergestellt werden wie vereinbart. Auch die Pflege muss stimmen“, forderte Ortsvorsteher Christoph Heller (CDU).

Für Diskussionen sorgte zudem die geplante Tiefgaragen-Zufahrt von der Dammstraße. Liborio Ciccarello (Linke) befürchtete, dass diese durch die Sanierung der Hochstraße Süd beeinträchtigt werden könnte. Stadtplaner Jürgen Trojan entgegnete, dass die Dammstraße eigentlich immer befahrbar sein werde, weil auch das Mosch-Hochhaus darüber angebunden sei.

Bei den angestrebten Nutzungen im Hochhaus gibt es laut Mertens keine Änderungen. Vorgesehen ist eine Mischung aus Läden, Gastronomie, Büros, Hotel und Arztpraxen. Das 110 Millionen Euro teure Projekt soll nach einer zweijährigen Bauzeit 2023 fertig sein, so seine Prognose.

Nach dem Ortsbeirat wird sich der Bau- und Grundstücksausschuss am Montag ebenfalls mit dem Thema Offenlage befassen. Eine endgültige Entscheidung fällt der Stadtrat am 4. November. Bei einem positiven Votum könnten die Pläne ab Mitte November einen Monat lang zur Einsichtnahme der Bürger ausgelegt werden.

Zum zweiten Mal binnen eines Jahres muss sich der Stadtrat mit der Offenlage der Pläne befassen – weil der Investor ursprünglich ein anderes Parkplatzkonzept verfolgte. Änderungen und Verzögerungen gab es schon viele bei dem Projekt, nachdem die Timon Bauregie 2013 die „Tortenschachtel“ gekauft und das ehemalige Warenhaus zwei Jahres später abgerissen hatte. 2016 beschloss der Stadtrat die Aufstellung eines Bebauungsplans.

Im Herbst 2018 stand das Vorhaben auf der Kippe. Die Fraktionen kritisierten nicht nur die mehrfachen Verzögerungen, sondern vermissten auch Garantien der Nutzer sowie zur Finanzierung. Gegen die Stimmen von Grünen, Linken und Liberal-Konservativen-Reformern (LKR) gab der Stadtrat dem Investor eine letzte Frist zur Nachbesserung.

Zumal Timon mit der Te Management GmbH einen neuen Partner präsentierte. Das Münchner Unternehmen hat an der Projektgesellschaft für das Metropol-Hochhaus nun auch das Sagen – mit einem Anteil von 50,1 Prozent.

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