Ludwigshafen

Fasnacht Karnevalsverein Hans Warsch feiert Prunksitzung mit viel Musik und „Blutegel-Therapie“

Tränen und Ciao Amore

Archivartikel

Ludwigshafen.„In Oggersheim wird Tag und Nacht Fasnast gemacht“, sagte Karlheinz Roth-Elsenbast, Präsident des Karnevalsvereins Hans Warsch, bei der Eröffnung der ausverkauften Prunksitzung. Seit 33 Jahren ist er schon in der Bütt, doch auf das „Karlsche“ mussten die Oggersheimer dieses Jahr verzichten: „Ich habe keinen Co-Moderator gefunden“, erklärte er im Vorfeld der Sitzung, die Gäste erlebten ihn somit nur als vielbeschäftigten Präsidenten und Moderator. Und noch eine schmerzliche Absage gab es zu verkraften: Die Dubbeglas-Brieder fehlten krankheitsbedingt.

Tanzmariechen erobert die Herzen

Aber deswegen fällt die Fasnacht nicht aus. Spätestens mit dem Auftritt der Minis erlebte die Sitzung ihren ersten Höhepunkt. Supertrottel alias Karlheinz Göttel strapazierte als Erster in der Bütt schon mal ganz heftig die Lachmuskeln: Sein Arzt hätte ihm eine Blutegel-Therapie verordnet, „aber ich hab nur zehn Blutegel runter gekriegt.“

Was die Jugend bei Hans Warsch alles kann, stellte Carlotta unter Beweis: Das Jugend-Tanzmariechen tanzte sich in die Herzen der Zuschauer.

Musikalisch ging es mit dem „Mann der 1000 Stimmen“ weiter: „Als Straßenmusikant habe ich angefangen und kann nur ein Lied singen“, erklärte der Mainzer Harry Borgner. Und er hatte Recht: „Sag mir wo die Blumen sind“, trällerte er dutzendfach.

Chiro der Pizzabäcker alias Chiro Visione versuchte sich dieses Jahr als Restauranttester und erlebte so manche Besonderheiten: Eine Pizza Berlusconi wurde ihm serviert, mit jungen Schnecken drauf. Frau Härdscht alias Oliver Betzer kam als „als Cordula Grün auf Diät“ in die Bütt: Drei Stunden warten im Gang – unter Doktorspiele hatte sich ihr Mann auch was anders vorgestellt. Und sie ging mit der Jugend hart ins Gericht: „Die haben Ohrringe an Stellen, da haben die gar keine Ohren.“ Stehenden Applaus ernteten die Jugend- und Juniorengarden, die das ganze Jahr ein bis zwei Mal die Woche hart trainieren.

Die zwei Missionare Fred und Aki alias Fred von Halen trieben den Zuschauern Freudentränen in die Augen: Wenn mit der Alkoholsteuer der Alkoholkonsum eingedämmt werden soll, wie verhält es sich dann mit der Lohnsteuer? Soll die die Arbeit eindämmen?

Mit seinem legendären Ciao Amore trat Karlheinz Roth-Elsenbast dann doch noch auf – ein Finale, das der Anfang einer langen Partynacht war. dle

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