Ludwigshafen

Städtepartnerschaften Ausschuss beschließt Programm für 2019

Trotz Brexit: Engere Bande zu Havering

Archivartikel

Ludwigshafen.„Partnerschaften bieten einen Chance zu intensivem Austausch. Es geht nicht nur um Besichtigungen, sondern um Verständnis“, erklärte Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck (SPD) bei der Sitzung des Partnerschaftsausschusses. Für dieses Jahr möchte sie mit den Bürgern der Partnerstadt Havering in Großbritannien engere Bande knüpfen – „egal ob Brexit oder nicht“. Sie werde Schulen anschreiben und Lehrer um Unterstützung bitten, sagte aber auch: „Ludwigshafen hat alles, außer Geld.“ Klassenfahrten nach Havering werden also nicht finanziert.

Für dieses Jahr gibt es ein umfangreiches Programm, das der Partnerschaftsausschuss einstimmig beschloss: Beispielsweise wird in Dessau-Roßlau 100 Jahre Bauhaus gefeiert, im September soll ein Besuch erfolgen. Weiter besteht die Partnerschaft zur türkischen Wirtschaftsmetropole Gaziantep seit zehn Jahren, das soll unter anderem mit einer Einladung der dortigen Amtskollegin an den Rhein sowie einer Jugendbegegnung gefeiert werden.

Im französischen Lorient (Bretagne) lasse das Interesse an Deutsch an Schulen nach, bei den persönlichen Kontakten gebe es einen Generationswechsel. Claus Schönbucher, Präsident der Deutsch-Französischen Gesellschaft Ludwigshafen und Mannheim, erklärte, dass sich ähnliche Vereinigungen in der Region nun regelmäßig zum Erfahrungsaustausch treffen. Er betonte: „Europa gelingt nur von unten.“

Auch mit Antwerpen (Belgien), Sumgait (Aserbaidschan) und Pasadena (USA) sind einige Begegnungen geplant. In der Stadt an der Westküste bei Los Angeles war die Oberbürgermeisterin 2018 selbst, wie beim Rückblick erläutert wurde. Sie habe viel Gastfreundschaft erlebt, die Stadt und das Umland hätten einiges zu bieten. Sie besuchte auch eine Firma, die klappbare Elektroräder für Kurzstrecken herstellt. An der Entwicklung ist ein Deutscher beteiligt. Steinruck: „Wenn sie die europaweite Zulassung für die Räder haben, soll die Vertriebszentrale in Ludwigshafen entstehen.“

20 Anfragen aus China

Sie erklärte, dass es bei einer Tagung der chinesisch-deutschen Städteallianz in China rund 20 Anfragen dortiger Städte für eine Partnerschaft gegeben habe: BASF, die zentrale Lage in Europa und die Region machen Ludwigshafen attraktiv – allerdings geht es den Chinesen fast nur um Wirtschaft: „Das Interesse an kulturellem Austausch ist gering.“ Deshalb seien bisher die Anfragen auch nicht angenommen worden.

2018 hatte das große Partnerschaftsjubiläum in Ludwigshafen stattgefunden, zwei Tage waren Delegationen aus Pasadena (70 Jahre Partnerschaft), Lorient (75), Dessau-Roßlau (30) und Antwerpen (20) zu Gast. Steinruck: „Alles war perfekt organisiert. Die Gäste haben ein gutes Bild von Ludwigshafen mitgenommen.“