Ludwigshafen

Brauchtum Edigheim feiert in Sommerhitze seine Quetschekerwe

Umzug lockt Menschen zum Festplatz

Archivartikel

Ludwigshafen.„Wann laufen wir denn endlich los?“, wollte eine Mutter wissen. Einige Eltern waren fast ungeduldiger als die vielen Kinder: In der brütenden Mittagshitze wollte die Kirchturmuhr partout nicht 13.30 Uhr schlagen, das Warten auf den Abmarsch des Kerweumzuges war auch im Schatten kaum auszuhalten. Daher zögerte Ortvorsteher Frank Meier auch keine Sekunde, als die Kirchturmuhr dann endlich schlug: „Wir marschieren sofort los!“

Auf der kurzen Strecke bis in die Badgasse hatte er noch leichtes Spiel, aber von da an musste er zusammen mit Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck den Bollerwagen mit dem riesengroßen Quetschekuchen durch halb Edigheim ziehen. Und das in der Mittagshitze. „Das ist eine schöne Ehre und Tradition“, so der glückliche, leicht erschöpfte Ortsvorsteher. Für Erfrischung sorgten Anwohner entlang der Umzugsstrecke mit kühlen Getränken.

Unzählige Kinder der Edigheimer Kindergärten liefen hinter dem Quetschekuchen durch Edigheim, teilweise geschminkt und kostümiert. Die Kinder mit den Frosch-Schirmen hatten wohl das größte Glück: Ihr Schirm erwies sich bei dem Wetter praktischerweise auch als sehr nützlicher Sonnenschutz.

„Wenn ich den Himmel sehe, freut sich der Wettergott, mit uns zu feiern“, sagte Thorsten Binzer, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Vereine Edigheim, bei der Eröffnung der Kerwe.

„Was wäre die Kerwe ohne Umzug“, fragte Binzer und lieferte die Antwort: Der Umzug sei Aufforderung und Einladung an die Edigheimer, sich anzuschließen: „Wie lebendig und modern die Kerwe ist, zeigt der Umzug, in dem viel Herzblut und Ehrenamt steckt.“ „Ludwigshafen lebt mit und durch die Stadtteile“, sagte Jutta Steinruck und lobte das Engagement der Bürger: „Es ist viel los in den Vereinen.“ Sie sieht die Kerwe als „Zeichen der Verbundenheit der Bürger“. Für Ortsvorsteher Frank Meier ist die Kerwe nicht nur ein „Zeichen der Tradition, auf das sich die Menschen freuen“, für ihn ist es dieses Jahr eine „ganz besondere Ehre: Ich darf meinen 57. Geburtstag auf der Kerwe feiern.“

Fast das Lied vergessen

Nach all den Reden drängten die Edigheimer sehnsüchtig in Richtung des riesigen Quetschekuchens, es gab Gedränge wie in den besten Zeiten des Sommerschlussverkaufes. Und obwohl Binzer, Steinruck und Meier schon die Messer zum feierlichen Anschnitt in der Hand hielten, mussten sich alle noch ein paar Minuten gedulden: Bei all dem Heißhunger wäre fast das Kerwelied aller Edigheimer Kindergartenkinder vergessen worden. Erst danach gab es den Kuchen, der nach zehn Minuten restlos ausverkauft war – zugunsten der Edigheimer Kindergärten.

Zum Thema