Ludwigshafen

Fußball Aufsteiger FC Arminia startet am Montag gegen Mechtersheim in die neue Oberliga-Spielzeit / Bescheidenheit bei Trainer und Vorstand

„Unser Saisonziel heißt Klassenerhalt“

Archivartikel

Von unserem Mitarbeiter

Rolf Sperber

Ludwigshafen. Den Aberglauben mit dem angeblich „verflixten siebten Jahr“ in einer Beziehung will der Wiederaufsteiger in die Fußball-Oberliga nicht mitnehmen. Der FC Arminia 03 Ludwigshafen, der bis zum Abstieg nach der Saison 2016/2017 sechs Jahre lang ununterbrochen der fünfthöchsten deutschen Liga angehörte, geht mit Bescheidenheit, aber dennoch selbstbewusst in die neue Spielzeit. Diese beginnt für den Verein am nächsten Montag, 18 Uhr, mit dem Auswärtsspiel bei TuS Mechtersheim.

„Unser Saisonziel heißt Klassenerhalt“, sagen übereinstimmend der neue Trainer Heiko Magin und Vereinschef Alfred Schaar. Der in Altrip wohnende Übungsleiter ist seit fast zehn Jahren ununterbrochen in verantwortlicher Form in der Oberliga am Ball – bei SV Weingarten, SC Hauenstein und TuS Mechtersheim als Trainer, Co-Trainer oder Sportlicher Leiter. Der Saisonauftakt in Mechtersheim hat für den 50-Jährigen eine pikante Note, denn er trifft dort auf alte Bekannte. Co-Trainer bleiben Maik Unfricht und Chris Böcher, Torwarttrainer Michael Hauk.

Die Rheingönheimer gehen mit einigen Handicaps in die neue Saison: Das Training muss an mehreren Orten stattfinden, weil das Südweststadion wegen Bauarbeiten, der Sportpark wegen des Aufstiegs des ESV 1927 Ludwigshafen in die Bezirksliga und die eigene Bezirkssportanlage nicht immer zur Verfügung stehen. Die Arminen trainieren deshalb je nach Lage der Dinge auch auf der Bezirkssportanlage in Mundenheim und auf dem Platz des SV Ruchheim. Schaar: „Man ist uns überall entgegengekommen – dafür sind wir dankbar.“

Sechs Neuzugänge

Der FC Arminia 03, der in der vergangenen Saison in der Verbandsliga souverän Meister wurde, war auf dem Transfermarkt kaum aktiv. Mit den Zwillingen Etienne und Ricardo Stadler, Söhne des ehemaligen FCK-Profis Joachim Stadler, kamen vom SV Sandhausen zwei Neue. Aus den USA wieder zurück ist Kelly Botha, Jan Drese wechselt vom Ludwigshafener SC an den Hohen Weg, Rayan El-Madani vom VfL Neuhofen, und vom SV Morlautern kommt Abwehrspieler Kelmend Azizi. Fest engagiert war auch Dominik Strohmeier vom SV Sandhausen. Doch sein Vertrag wurde wegen einer schweren Verletzung wieder aufgelöst.

Dem FC Arminia war bei seiner Gründung im Jahr 1903 gegen erbitterten Widerstand der Rheingönheimer Turner und zunächst auch der Gemeindeverwaltung nicht beschieden, dermal einst als ranghöchster Ludwigshafener Fußballverein gegen renommierte Clubs aus dem Rheinland (TuS Koblenz), von der Mosel (Eintracht Trier), von der Nahe (SC Idar-Oberstein) oder aus der Westpfalz (1. FC Kaiserslautern) um Punkte zu spielen. Die Anfänge waren schwer – gespielt werden musste unter anderem auf der „Gänseweide“, im Sandloch, am Luitpoldhain und nun am Hohen Weg.

Hinzu kam, dass die Rheingönheimer gelegentlich durch ungewöhnliche Aktionen auffielen – so im Jahr 1921, als Trainer „Schorsch“ Rettelbach ein Derby am 21. Oktober mit einem großen Plakat mit dem Schlagwort „Hingerichtet“ ankündigte – in kleineren Buchstaben folgte dann „...sind alle Blicke auf das Liga-Verbandsspiel gegen den LFC Pfalz“. Das Fatale: „Richtige“ Hinrichtungen wurden damals auf diese Weise bekannt gemacht. Die Rheingönheimer mussten eine happige Strafe von 400 Mark bezahlen, hatten aber eine „volle Bude“.

Bekannt wurde die Arminia aber auch sportlich und vor allem durch herausragende Spieler wie den Bundesligaprofi Walter Frosch, der für den 1. FC Kaiserslautern und FC St. Pauli am Ball war, den Jugend-Nationalspieler Harald Breininger oder erfahrene Akteure wie Erwin Gebhard, Heini Stahl, Herbert Habermehl oder Manfred Leibach.