Ludwigshafen

Oppau Bürgerhaus feiert 50-jähriges Bestehen mit Festakt und Tag der offenen Tür / Ehrenamtliches Engagement als Rettung

Vereine wenden Schließung ab

Ludwigshafen.Vor einigen Jahren stand das Bürgerhaus Oppau kurz vor der Schließung. Es gab keine Saalbewirtschaftung mehr, das Restaurant hatte seine Pforten geschlossen und der Sanierungsstau war immens – zu einer Zeit, als die Stadt bereits hochverschuldet war und die Aufsichtsbehörde ADD anstehende Modernisierungsmaßnahmen hätte genehmigen müssen. Es kam sogar schon die Idee auf, das Haus abzureißen und dort einen Supermarkt anzusiedeln. Dass das Bürgerhaus noch existiert und seinen 50. Geburtstag feiern kann, grenzt fast an ein Wunder. Dies wurde am Samstag mit einem Festakt und Tag der offenen Tür gebührend gefeiert.

760 000 Euro investiert

Dabei war auch ein Blick hinter die Kulissen möglich, inklusive der Besichtigung der Kegelbahnen. Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck (SPD) erinnerte daran, dass das Haus bei seiner Eröffnung als „Oppaus gute Stube“ galt. Es wurde als „Schmuckkästchen“ tituliert oder „kleiner Pfalzbau“ und werde noch rege genutzt – als „Zentrum für das gesellschaftliche Leben im Stadtteil“, so Steinruck.

Möglich gemacht haben es einige Vereine, die leer stehenden Räume zunächst auf eigene Kosten renovierten, um sie dann für eigene Zwecke zu nutzen. Das Restaurant dient inzwischen dem Gesangverein Liederkranz als Übungs- und Veranstaltungsraum, der Gesangverein Sängerbund nutzt die beiden Clubräume. Und das Moderne Blasorchester Oppau – der frühere Spielmannszug – hat sich in der ehemaligen Hausmeisterwohnung eingerichtet.

Um den Bestand dauerhaft zu sichern, gründeten die Vereine auf Initiative von Klaus Egersdörfer 2001 den Trägerverein Bürgerhaus. Jahrelang war Egersdörfer als ehrenamtlicher Hausverwalter aktiv und sorgte mit Hans Klanig für einen verlässlichen Nachfolger. Bei so viel ehrenamtlichen Engagement gab die ADD nach und genehmigte Investitionen von 760 000 Euro: etwa für den Brandschutz, verbesserte Heizungs- und Lüftungstechnik, Toiletten, Flucht- und Rettungswege. Die Arbeiten wurden 2015 abgeschlossen.

Fünf Jahre zuvor wurde ein Förderverein gegründet, der die notwendigen Anschaffungen trägt, die die Stadt als Eigentümer oder die Lukom als Betreiber nicht tätigen können. So bedankte sich auch Lukom-Chef Michael Cordier für die „großartige Zusammenarbeit“ über viele Jahre hinweg. So etwas sei nur mit „viel Leidenschaft und ehrenamtlichen Engagement“ möglich.

Die Entscheidung, auf dem einstigen Sandloch ein Bürgerhaus zu bauen, sei „klug und vorausschauend“ gewesen, lobte Ortsvorsteher Udo Scheuermann. Derartige Räume seien keien Selbstverständlichkeit gewesen, sondern eher die Ausnahme in den Stadtteilen. Das Bürgerhaus werde von Veranstaltern aus der ganzen Region genutzt. „Die Eberthalle und der Pfalzbau sind vielen einfach zu groß und zu teuer“, erklärte Hubert Eisenhauer, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Oppauer Vereine und des Fördervereins Bürgerhaus. „Die Belegungspläne geben uns Recht und sind eine Bestätigung unserer Arbeit“, ergänzte Gisela Fulst vom Trägerverein.