Ludwigshafen

Soziales Selbstständige wollen Netzwerk knüpfen

Verfechter für gesunde Ernährung

Archivartikel

Ludwigshafen.Menschen aus der Region, die als Selbstständige in der Lebensmittelbranche arbeiten oder dies planen, kamen in der Volkshochschule zu einem Runden Tisch zusammen. Das Augenmerk lag dabei auf gesunder Ernährung und Nachhaltigkeit. Veranstalter war der Ernährungsrat Rhein-Neckar, bei dem es sich um eine Bürgerinitiative handelt. Initiator Jens Flammann aus Mannheim sieht das heutige Ernährungssystem als gefährdet an – aus gutem Grund. „Seitdem der Sommer 2018 der Landwirtschaft gebeutelt hat, wissen wir, dass wir uns mehr um die Versorgung mit guten Lebensmitteln kümmern sollten. An dem Thema kommen wir nicht vorbei“, ist auf der Broschüre des Ernährungsrats zu lesen.

Vertriebswege verbessern

Am Runden Tisch sollen die Teilnehmer die Möglichkeit haben, sich auszutauschen und ein Netzwerk zu bilden. Zur Veranstaltung kam unter anderem Pelin Yildiz mit ihrem Startup Viktualia: „Ich möchte einen Lieferdienst für regionale Produkte im Raum Heidelberg gründen, da ich einen sehr hohen Anspruch bei Lebensmitteln habe. Oft ist es schwer, an regionale Produkte dran zu kommen. Daher möchte ich diesen Erzeugern einen Vertriebsweg geben und es für die Kunden so einfach wie möglich machen.“

Währenddessen suchte Heidi Rossmann nach Leuten, die mit ihr gärtnern: „Ich baue Obst und Gemüse auf einem Fleck des Urban Gardenings von Frankenthal an und würde mich über Mitstreiter freuen.“ Die heißen Sommer machen sich bemerkbar. „Man darf nichts anpflanzen, was viel Wasser braucht.“ Daher eignen sich Beerensorten gut.

Von der Stadtverwaltung unterstützte Sozialdezernentin Beate Steeg (SPD) den Runden Tisch. „In der Volkshochschule haben wir das Thema Gesundheit im Programm, daher passt die Veranstaltung gut hierher. Ernährung geht uns alle an. Wir haben Einrichtungen mit Verpflegung, wie zum Beispiel Kitas, in denen wir darauf achten müssen, dass sich die Kinder gesund ernähren.“ Die Volkshochschule biete außerdem viele Seminare zum Thema Kochen an. Dabei gehe es auch darum, verloren gegangenes Wissen aufzufrischen, zum Beispiel, welche gesundheitliche Wirkung bestimmte Gewürz- und Gemüsekombinationen haben. „Wichtig ist auch, mit Essen verantwortungsvoll umzugehen. Man sollte nicht im Überfluss einkaufen und wegwerfen, was zu viel ist“, so Steeg.

Mit von der Partie war auch der Unternehmer Frank Fischer (Neuhofen), der einen Spargelhof betreibt. „Ein Teil des Betriebes befindet sich seit 2017 in Umstellung auf Bio. Die Produkte wurden vom Einzelhandel gut angenommen. Für mich war es Überzeugung, ich wollte aus der konventionellen Landwirtschaft raus.“ Produkte zu verbessern funktioniere nur über den Bio-Bereich, zum Beispiel mit Einsatz von Mikroorganismen. „Ein gesunder Boden bedeutet gesunde Pflanzen und letztlich gesunde Menschen.“ 

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