Ludwigshafen

Sturm Einstellung des Nahverkehrs wirkt sich aus

Viele Schüler fehlen im Unterricht

Ludwigshafen/Böhl-Iggelheim.Auch wenn der Sturm „Sabine“ in der Nacht zum Montag keine größeren Schäden im Stadtgebiet angerichtet hat, brachte er den Alltag vieler Ludwigshafener durcheinander – weil keine Straßenbahnen und Busse am Vormittag fuhren. Viele Beschäftigte kamen deshalb zu spät zur Arbeit, Hunderte von Schülern erschienen nicht zum Unterricht. „Bei uns waren maximal zehn Prozent der insgesamt 820 Schüler da“, berichtet Friedrich Burkhardt, Direktor des Geschwister-Scholl-Gymnasiums, dieser Zeitung. Dies war kein Einzelfall. Bei anderen Schulen, wie etwa der Gesamtschule Oggersheim, gab es ähnlich große Lücken.

„Wir haben viele Schüler aus weit entfernten Stadtteilen oder Umlandgemeinden wie Limburgerhof, Neuhofen oder Altrip“, erläuterte Burkhardt die Situation. Das Telefon sei am Montagmorgen heiß gelaufen, viele Eltern kamen nicht durch, weil es ständig besetzt gewesen war. Deshalb seien auch rund 100 E-Mails eingegangen, um die Jugendlichen zu entschuldigen.

Die Lehrer kamen nach Angaben des Direktors größtenteils mit dem Auto. „Aber wenn nur drei bis fünf Schüler pro Klasse anwesend sind, macht der Unterricht keinen Sinn.“ Am heutigen Dienstag läuft aber alles wieder normal, ist Burkhardt mit anderen Rektoren einig.

Einige Schulen, wie die Karolina-Burger-Realschule plus, hatten indes bereits am Samstag den Unterricht am Montag abgesagt. „Das hat gut funktioniert. Es erschienen nur fünf der insgesamt 700 Schüler, die davon nichts mitbekommen hatten“, so die Auskunft der Mundenheimer Realschule. Über die Homepage sowie eine Telefonkette der Lehrer waren die Eltern und Schüler informiert worden.

Ein relativ erfreuliches Fazit für die Feuerwehr zog auch der technische Einsatzleiter Stefan Ruck. „Wir mussten bis Montag um 7 Uhr 40 Mal ausrücken. Es waren aber keine größeren Einsätze dabei“, sagte der Sprecher. In den meisten Fällen seien kleinere Bäume mit einem Stammdurchmesser von maximal zehn Zentimetern umgestürzt oder Dachziegel heruntergefallen.

Auf Gastank gestürzt

In Böhl-Iggelheim waren hingegen zwei Bäume auf einen Gastank gefallen, worauf nach Polizeiangaben 2700 Liter austraten. Aus Sicherheitsgründen wurden drei benachbarte Wohnungen evakuiert. Die Feuerwehr schlug das austretende Gas mit Wasser nieder und pumpte die restliche Flüssigkeit um.

Die Polizei meldete 140 Einsätze in der Vorder- und Südpfalz, darunter 44 umgestürzte Bäume – vornehmlich im Bereich Neustadt. Der gesamte Schaden beträgt rund 150 000 Euro. Weil in Ludwigshafen die Schäden noch nicht ganz abschätzbar sind, bleiben der Wildpark Rheingönheim und die Friedhöfe „bis auf Weiteres“ gesperrt.

Zum Thema