Ludwigshafen

Soziales Städtische Immobiliengesellschaft GAG startet Pilotprojekt in Edigheim / Komplex mit 18 Mietwohnungen

Viele warten auf Tagespflege

Archivartikel

Ludwigshafen.Der Bedarf ist enorm. „Für Senioren, die ihren Haushalt nicht mehr allein bewältigen können, fehlt seit langem eine Tagespflege in den nördlichen Stadtteilen. Darauf werde ich oft in meinen Sprechstunden angesprochen“, kennt der Oppauer Ortsvorsteher Frank Meier die starke Nachfrage. Nun muss er die Ratsuchenden nicht mehr auf unbestimmte Zeit vertrösten. Eine solche Einrichtung für 18 Menschen baut die städtische Immobiliengesellschaft GAG in der Deichstraße. In dem zweieinhalbstöckigen Komplex entstehen auch 18 Wohnungen sowie eine ambulant betreute Wohngruppe mit zwölf Plätzen – für insgesamt 7,2 Millionen Euro. Mitte 2021 soll alles bezugsfertig sein.

Von einem einzigartigen Pilotprojekt, das in Kooperation mit dem Pflegedienstleister CuraBeierlein betrieben wird, sprach GAG-Vorstand Wolfgang van Vliet. „Wir haben lange verhandelt, aber ein gutes Ergebnis erzielt“, sagte er beim Spatenstich am Dienstag. Die hilfs- und pflegebedürftigen Menschen erhalten bei Bedarf eine individuelle therapeutische oder medizinische Unterstützung. Der Pflegedienst betreut auch die Wohngruppe und tritt als Generalmieter bei der GAG auf. Gleichwohl können die Mieter den Pflegedienst frei wählen.

Massive Tonbauweise

Die große Nachfrage nach solchen Betreuungsmöglichkeiten bestätigte Marlene Beierlein vom gleichnamigen Betreiber. „Bislang gibt es keine Tagespflege in der Nähe. Die Einrichtung in Frankenthal ist ausgebucht.“ Ortsvorsteher Meier appellierte an den Investor, das Vorhaben zügig voranzutreiben. „Geben Sie Gas, denn die Leute warten darauf“, so seine Bitte. Bereits seit Jahren hatte sich der Ortsbeirat mit dem Thema befasst und dabei auch Modelleinrichtungen in Mainz angeschaut, berichtete Vorgänger Udo Scheuermann.

Die GAG errichtet nun zwei Häuser mit ausgebautem Dachgeschoss in massiver Tonbauweise. Sie sind durch einen Quertrakt verbunden, in dem ein Generationentreff vorgesehen ist. Auf dem Grundstück werden 26 Parkplätze nachgewiesen.

Die Tagespflege und Wohngruppe belegen das Erdgeschoss. Im Obergeschoss entstehen Ein- bis Vier-Zimmer-Wohnungen, die zwischen 37 und 92 Quadratmeter groß sind. Sie werden rollstuhlgerecht eingerichtet und sind über einen Aufzug erreichbar. Die anfängliche Kaltmiete pro Quadratmeter Wohnfläche beträgt nach Angaben des Investors sechs Euro. Der günstige Preis wird durch die Förderung der Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz ermöglicht.

„Wir sind sehr dankbar darüber, dass das Land uns zum zweiten Mal binnen weniger Tage in diesem Bereich stark unterstützt“, ergänzte Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck (SPD). In der vergangenen Woche hatte die GAG den Startschuss für eine Nachverdichtung der Wohnblocks in der Hochfeldstraße gegeben. Dadurch entstehen 40 Wohnungen – auch hier beträgt dank der ISB-Förderung die anfängliche Kaltmiete lediglich sechs Euro pro Quadratmeter Wohnfläche.

„Wir brauchen noch viel mehr solcher Projekte“, sagte Steinruck angesichts der Klagen über fehlende bezahlbare Wohnungen. Auch für Tagespflegeeinrichtungen gibt es noch Bedarf in anderen Stadtteilen. Van Vliet zeigte sich nicht abgeneigt: „Wir können uns ein weiteres derartiges Projekt vorstellen, wenn die Rahmenbedingungen stimmen.“

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