Ludwigshafen

Justiz 38-Jähriger für Messerattacke im Hemshof verurteilt

Vier Jahre Haft nach „Samurai-Auftritt“

Ludwigshafen/Frankenthal.Wegen des Messerangriffs in einem Lokal im Hemshof hat das Landgericht Frankenthal einen 38-Jährigen zu vier Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Das Gericht stufte die aufsehenerregende Tat aus der Silvesternacht 2018 als versuchten Totschlag ein. Der unter einer Schizophrenie leidende Ludwigshafener bleibt in einem Klinikum untergebracht.

Der fünfte Verhandlungstag endete mit einem Schuldspruch. Mit dem Strafmaß entsprach das Schwurgericht der Forderung der Staatsanwaltschaft. Am schwersten in einer Kette von Straftaten wog ein Vorfall aus der Silvesternacht 2018. „Im Stile eines Samurai“ sei der Angeklagte auf sein Opfer losgegangen, sagte Richter Alexander Schräder in der Urteilsbegründung. Ohne Oberbekleidung, dafür mit zwei langen Küchenmessern war der zweifache Familienvater in eine Kneipe gestürmt, nachdem ihn die Wirtin hinausgeworfen hatte. Nach einem Sprung in die Luft habe er laut Zeugenaussage „volle Möhre“ von oben in Richtung Schädeldecke gestochen. Dass der 45-jährige Geschädigte mit leichten Verletzungen davonkam, verdankt er seiner guten Ausweichreaktion. Der Angreifer hatte 2,2 Promille und Cannabis geraucht, wie sich herausstellte.

Bereits zuvor war der Mann, der 2003 aufgrund drohender Verfolgung wegen Homosexualität aus Nordafrika nach Deutschland gekommen war, immer wieder durch Gewaltdelikte aufgefallen. Vor dem Landgericht stellte sich die Frage nach der Zurechnungsfähigkeit. Wenngleich der Sachverständige die paranoide Schizophrenie des Angeklagten bestätigte, war nach Auffassung des Gerichts die Steuerungsfähigkeit während der Tatausführung noch vorhanden. Weil der Täter als Gefahr für die Allgemeinheit gilt, wurde eine Unterbringung in einer psychiatrischen Klinik angeordnet. In einer Therapie soll der Ludwigshafener nun seine Alkohol- und Drogenproblematik angehen. 

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