Ludwigshafen

Rheinufer Relikt aus vergangenen Zeiten zurück an seinem Platz / Einst für Fährbetrieb genutzt

Vom Ankerstein zum Denkmal

Archivartikel

Ludwigshafen.Kurfürst Karl Ludwig fuhr als erster mit der neuen Gierfähre von der Friedrichsburg über den Rhein zur Rheinschanze, heute wäre es eine Fahrt von Mannheim nach Ludwigshafen. Es war damals der 27. August 1669, die Gierfähre war gerade erst entwickelt worden und galt als „technische Meisterleistung“, wie Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck bei einem Termin am Rheinufer ausführte. Die Gierfähre war der Vorläufer der Rheinbrücke, „eine fliegende Brücke, mit der damals 13 schwer beladene Wagen mit Pferden über den Rhein übersetzen konnten“.

Genau 350 Jahre und einen Tag nach der historischen Brückeneröffnung durch den Kurfürsten kehrte ein wichtiges Relikt aus dieser Zeit wieder zurück an den Originalplatz: Der zwei Tonnen schwere Ankerstein der alten Gierbrücke wurde aus dem „Dornröschenschlaf geholt“ und erinnert am Rheinufer unterhalb der Konrad-Adenauer-Brücke als Denkmal an die „vorstädtische Zeit der Stadt“, so Steinruck.

„Wir wollen unsere Fähre zurück“, sagte Ortsvorsteher Christoph Heller beim offiziellen Termin zur Rückkehr des Steins – und sprach damit aus, was sich viele Bürger in Anbetracht der aktuell gesperrten Hochstraße wünschen. Und so mancher spielte beim Blick auf den Stau auf der Adenauer-Brücke auch schon mit dem Gedanken, die alte Gierbrücke wieder in Betrieb zu nehmen. Aber, so Steinruck, „so weit sind wir noch nicht.“

In Vergessenheit geraten

Die Gierfähre wich einst einer Schiffsbrücke und diese dann einer festen Brücke – und der Ankerstein geriet in Vergessenheit. Erst 1954 bei der Verfüllung des Winterhafens stießen Arbeiter auf ein Hindernis im Boden und der einstige Ankerstein kam wieder ans Tageslicht, wie Michael Cordier, Geschäftsführer der Ludwigshafener Kongress- und Marketinggesellschaft (Lukom), erklärte. Dass dieser Stein ein besonderes Stück Geschichte darstellt, erkannte der Oppauer Historiker Günter Dörner damals und lagerte ihn im Oppauer Rathaus. „Wir hätten ihn gerne gehabt“, betonte Regina Heilmann. Die Leiterin des Stadtmuseums musste aber passen: „Das war wegen dem Gewicht nicht möglich.“

Lukom-Geschäftsführer Cordier verwies auf die enge Beziehung der Stadt Ludwigshafen zum Rhein und erklärte, dass der Fluss „wieder sichtbar, erlebbar und erfahrbar gemacht werden soll“ – auch durch die Rückkehr des Ankersteins.

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