Ludwigshafen

Konzert Musik mit Installation in der Pfarrkirche St. Ludwig lockt rund 100 Zuschauer

Von der Sehnsucht nach dem Licht

Ludwigshafen.Musik und Licht waren am Samstag in der Pfarrkirche Sankt Ludwig zu erleben. Das Konzert mit Werken skandinavischer Komponisten sowie einer Live-Lichtperformance des im pfälzischen Ebertsheim lebenden Installationskünstlers Ingo Wendt lockte knapp 100 Besucher an.

Dass ein solches Ereignis in Zeiten der Beschränkungen und Absagen überhaupt möglich war, ist der Initiative des Trägervereins Fridolin zu verdanken. Der gemeinnützige Ludwigshafener Konzertveranstalter hatte für sein Projekt „Sehnsucht Licht“ das 2017 gegründete Streichensemble QUINT:essenz verpflichtet. Mit dem Konzertkonzept hatte man sich beim diesjährigen Kultursommer Rheinland-Pfalz beworben – und wurde zur Förderung ausgewählt.

Besondere Beziehung zur Wärme

„Großartig“ sei es, dass mit der spektakulären Kombination aus Musik und Licht dann doch noch ein Kultursommer-Event in Ludwigshafen habe stattfinden können, sagte Veranstalter Robert Plasberg. Bereits die ersten beiden Aufführungen in der „LUcation“, dem ehemaligen Hallenbad Nord der GML, seien ein großer Erfolg gewesen. Und auch in St. Ludwig fand die Licht-Musik-Performance – unter Einhaltung der Hygienemaßnahmen – guten Anklang.

Zu Gast war auch diesmal Curt Wrangö. Der 1956 geborene Schwede hat das Werk „Lichtsehnsucht“ komponiert – die Idee sei „direkt aus dem Konzertnamen erwachsen“. Weil es in Skandinavien die meiste Zeit dunkel sei, hätten die Menschen dort eine besondere Beziehung zum Sonnenlicht und zur Wärme des Sommers. Eben diese Emotionen drückt der zeitgenössische Musiker in seinem aus drei Sätzen bestehenden Stück aus, das er selbst als „Sinfonia per archi“ bezeichnet. Im schnellen dritten Teil hat Wrangö das Sternbild Kassiopeia in ein musikalisches Motiv verwandelt, so dass sich der Zuhörer an abrupte Schnitte wie im modernen Film erinnert sieht.

Ein weiteres, dem Licht gewidmetes Stück dirigierte Michael Teichert von QUINT:essenz in Form einer Komposition des 74-jährigen Letten Peteris Vasks. „Fernes Licht“ wurde 1997 uraufgeführt. Darin hat der Musiker Kindheitserinnerungen verarbeitet, die zugleich „Nostalgie mit einem Hauch von Tragödie“ seien. Den Solopart spielte in Ludwigshafen Olga Nodel.

Nicht fehlen im Programm durften die bekanntesten Komponisten Norwegens und Finnlands: Von Edvard Grieg (1843 bis 1907) erklang die Holberg-Suite, von Jean Sibelius (1865 bis 1957) die „Rakastava“, zu Deutsch „Der Liebende“. Darin sucht der Protagonist seine Liebste in der Natur – bis er sie am Ende doch verliert.

Lichtkünstler Ingo Wendt ist regelmäßig auf Festivals vertreten und wurde für seine Installationen vielfach ausgezeichnet. Mit seinem „Tanz der Schatten“ hat er sich besonders bei „Kunst am Bau“ einen Namen gemacht.

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