Ludwigshafen

Migrationsbeirat Projekt soll Wirksamkeit von Angeboten prüfen und verbessern

Wann ist Integration geglückt?

Archivartikel

Ludwigshafen.Wie stellt man fest, ob eine Integrationsmaßnahme erfolgreich war? Gibt es Indikatoren für eine gelungene Integration? Mit Fragen wie diesen beschäftigt sich das Projekt iWAQS. Die Abkürzung steht für: interkulturell – Wirksamkeit aufzeigen – Qualität verbessern – Standards definieren. Bei der Sitzung des Migrationsbeirates wurde iWAQS nun vorgestellt.

Das Projekt, zu dem es mehrere Workshops gibt, wird durchgeführt von der Landesarbeitsgemeinschaft Katholische Erwachsenenbildung Rheinland-Pfalz (KEB), der Stadt Ludwigshafen und dem Heinrich-Pesch-Haus. Die Kosten von rund 70 000 Euro werden zu rund 90 Prozent finanziert vom Ministerium für Familie, Frauen, Jugend, Integration und Verbraucherschutz. „Es gibt viele Projekte zu diesem Thema. Wir haben uns gefragt, wie man deren Wirksamkeit noch besser darstellen kann. Für die Träger stellte sich erst einmal die Frage: Was haben wir für ein Verständnis von Integration?“, sagte Elisabeth Vanderheiden, Geschäftsführerin der KEB. Ludwigshafen wurde als Pilotstandort ausgewählt, weil hier die Rate der Einwohner mit Migrationshintergrund hoch ist. „Der erste Entwicklungsworkshop hat bereits im November stattgefunden, zwei folgen im ersten Halbjahr. Integration kann als Prozess, aber auch als Zustand gesehen werden“, meinte Tammo Grabbert, Projektkoordinator.

Kurse bauen auf Erfahrungswerte

An den Kursen nehmen Personen teil, die beruflich oder ehrenamtlich mit Integration zu tun haben. Es sollen Standards und Indikatoren für die Wirksamkeitsanalyse erarbeitet werden – was im ersten Moment noch sehr theoretisch klingt. Genau das kritisierte der Beirat. „Wir befinden uns noch im Prozess. Aber ein konkretes Beispiel aus dem Bereich Weiterbildung wäre: Falls ein Sprachkurs oder ein Bewerbertraining auf herkömmlichem Wege nicht gelingt, wie könnte man die Kurse wirksamkeitsorientierter gestalten? Wie kann man die Selbstwahrnehmung der Teilnehmer verändern?“ so Vanderheiden.

Auch kam die Frage auf, warum das Thema nicht wissenschaftlich an einer Hochschule behandelt werde. „Das Ministerium hat uns die Aufgabe übergeben, da es unsere Idee gut fand. Wir haben uns für einen Praxiszugang entschieden und zur Zusammenarbeit mit Leuten, die verschiedene Erfahrungen mitbringen“, fügte Vanderheiden hinzu. Eine Veranstaltungsreihe, an der auch die Öffentlichkeit teilnehmen kann, steht im März bevor. Das Netzwerk gegen rechte Gewalt und Rassismus Ludwigshafen veranstaltet vom 16. bis 23. März seine Aktionstage. Zum Programm gehören Ausstellungen, Vorträge, Musikveranstaltungen und eine Eröffnungsdemo am Samstag, 16. März, um 15 Uhr auf dem Bürgermeister-Kraft-Platz.