Ludwigshafen

Soziales Stadtrat billigt viertes Erweiterungsprogramm

Weiterer Kita-Ausbau mit 1085 Plätzen geplant

Ludwigshafen.Die Verwaltung will 1085 neue Kitaplätze in 41 Kindergarten- und sechs Krippengruppen schaffen. Dafür gibt sie 37,6 Millionen Euro aus. Dies sieht das vierte Kindertagesstättenausbaupaket vor, das der Stadtrat einstimmig beschloss. Damit habe die Stadt seit der ersten Ausbaustufe 2009 rund 145 Millionen Euro in den Kita-Ausbau investiert, bilanzierte Wilhelma Metzler (CDU). Dafür seien Zuschüsse nur in Höhe von 29 Millionen Euro geflossen, den Großteil der Summe habe die Stadt stemmen müssen. Das habe angesichts der Schuldenlage der Stadt einen bitteren Beigeschmack. Dennoch begrüßte die CDU das vierte Ausbaupaket, weil es zeige, dass die Stadt attraktiv und familienfreundlich sei.

Anke Simon (SPD) hält angesichts steigender Geburtenzahlen und steten Zuzugs in die Stadt ein fünftes oder gar sechstes Ausbaupaket für wahrscheinlich. Ibrahim Yetkin (Grüne) betonte, dass Investitionen in die Bildung notwendig und nachhaltig seien, und das schon in der Kita. Nur so könne man rechtzeitig etwas gegen Fachkräftemangel tun. Jörg Matzat (FDP) lobt das Ausbaupaket als Beitrag zur Wahlfreiheit für Familien. Eine Förderquote von gerade einmal 20 Prozent sei aber viel zu wenig, vor allem für eine Stadt wie Ludwigshafen.

Die Aufnahme von rund 30 Millionen neuer Schulden für den Kita-Ausbau sei „nicht lustig“, kritisierte Rainer Metz (FWG). Zudem sei es mit Investitionen in Gebäude nicht getan; es brauche auch Personal – und der Markt an verfügbaren Erzieherinnen sei praktisch leer gefegt. Auf seine Frage, wie realistisch es sei, neues Personal zu bekommen, bekam Metz keine klare Antwort.

„Größtmögliches Tempo“

Schwerpunkte des viertes Ausbauprogramms sind die Innenstadtbezirke und Oggersheim. Erweiterungen sind in allen Stadtteilen außer Maudach vorgesehen.

Bürgermeisterin Cornelia Reifenberg (CDU) will den Kita-Ausbau mit „größtmöglichem Tempo“ vorantreiben. Das sei angesichts des Geburtenanstiegs von früher 1500 Kinder pro Jahr auf rund 2000 auch dringend geboten. Ein fünftes Ausbaupaket sei wahrscheinlich, allerdings müssten geeignete Standorte gefunden werden. Das sei in der Stadt schwieriger als auf dem Land. hbg