Ludwigshafen

Soziales Fotograf Thomas Brenner lichtet gegensätzliche Paare auf dem Berliner Platz ab

Werbung für Toleranz

Ludwigshafen.Auf einer Bühne am Berliner Platz konnten sich gegensätzliche Paare am Donnerstag ablichten lassen, um für Offenheit, Respekt und Toleranz Flagge zu zeigen. Fotokünstler Thomas Brenner aus Kaiserslautern hatte die Aktion ins Leben gerufen. Voraussetzung dafür ist die Fähigkeit der Partner, in einen Dialog zu treten und die Einstellung des anderen zu verstehen. Da die Aktion bereits in Kusel und Kaiserslautern stattgefunden hatte, waren an der Bühne in Ludwigshafen Ergebnisse auf Plakaten zu bewundern. Eine Veganerin mit Gemüse posiert neben einem Metzger mit Steak, ein evangelischer Pfarrer mit Bibel neben einer Muslima mit Kopftuch, ein Bankangestellter im Anzug neben einer Punk-Frau mit rosa Haaren. Der Hintergrund ist auf allen Fotos stets in neutralem Schwarz gehalten.

Partner macht spontan mit

„Wir würden die Aktion gerne in ganz Rheinland-Pfalz ausprobieren. In Kaiserslautern waren es immerhin fast 40 Paare“, sagte Brenner. Bei manchen ließ sich vor Ort ein Gegenüber finden, wie zum Beispiel bei Sebastian, der mit dem Fahrrad vorbeigekommen war und mit Jens, einem Mitarbeiter Brenners posierte – mit dessen Autoschlüssel. „Ich habe spontan mitgemacht, da der Radfahrer keinen Partner hatte. Die Aktion ist spannend, da man oft Menschen, die ansonsten nicht miteinander reden würden, zusammen auf einem Foto hat“, sagte Jens.

Andere Teilnehmer hatten sich im Vorfeld ihre Partner gesucht und waren zum Fotografieren vorbeigekommen. Auch Mitarbeiter der Stadtverwaltung standen am frühen Morgen Modell, zum Beispiel die Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck (SPD) mit einer Reinigungskraft. Die Veröffentlichung der Fotos auf Plakaten und in den sozialen Netzwerken ist keine anonyme Sache. Es stehen jeweils die Namen unter den Fotos und, falls die Gegensätzlichkeit nicht an Kleidung oder mitgebrachten Gegenständen erkennbar ist, eine kurze Erklärung.

Die Idee unter dem Namen „Dialog in Rheinland-Pfalz“ kam so gut an, dass das Projekt einige Kooperationspartner gefunden hat: der Rat für Kriminalitätsverhütung, der Kulturverein Fontäne, die Lukom und das Bundesprogramm „Demokratie leben“, das einen Infostand vor der Bühne hatte. „Wir rufen Projekte zur Demokratieförderung ins Leben“, so Koordinatorin Patricia Okello. 

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