Ludwigshafen

Bildung Mozart- und Astrid-Lindgren-Schule liefern sich in Stadtteilbibliothek ein lautes „Klassenduell“

Wettstreit um Bücherwissen

Archivartikel

Ludwigshafen.In der Stadtteilbibliothek Rheingönheim tobte der Bär, als zwei Grundschulklassen zum lautstarken Quiz antraten. Jeweils eine dritte Klasse der Astrid-Lindgren-Schule Ruchheim und der Mozartschule Rheingönheim hatten im Vorfeld eifrig Bücher gelesen. Die Mitarbeiterinnen der Stadtteilbibliotheken hatten sich dazu knifflige und lustige Fragen ausgedacht, die die Kinder beantworten mussten.

Ganz wie in einer traditionellen Quiz-Sendung gab es einen Moderator (Stefan Kersthold vom SWR) und eine Jury, bestehend aus Bibliotheksmitarbeiterinnen. „Die Ruchheimer Klasse ist extra hierhergekommen, für die Rheingönheimer ist es ein Heimspiel“, sagte Nadine Mehner, Leiterin der Bibliotheken der beiden Stadtteile.

Wer eine Antwort wusste, musste auf einen roten „Buzzer“ drücken. In Fällen, in denen unklar war, wer zuerst gedrückt hatte, musste die Jury entscheiden. Sportmoderator Kersthold erklärte die Fairness-Regeln: „Hände bitte nicht neben den Buzzer legen, und ein Stück vom Tisch zurücktreten.“

Mehrstimmige Antworten

Die zehn Bücher waren nacheinander an der Reihe. Das Team, das das jeweilige Buch gelesen hatte, musste vortreten zum Buzzern. Oft kam der Moderator gar nicht dazu, die Frage komplett vorzulesen, da haute schon jemand auf den Knopf und rief die Antwort – oft mehrstimmig. Für Außenstehende, die den Inhalt der Bücher nicht kannten, wirkten die Fragen und Antworten teils sehr amüsant. „Wie heißt die Wombat-Falle des Königs Guu?“ Antwort: „Schnappzu 5000.“

Gesponsert wird das Kinderbuch-Quiz von der Bürgerstiftung Ludwigshafen, immerhin werden Bücher, Mannschafts-Kappen und Preise gebraucht. „Wir möchten mit der Veranstaltung erreichen, dass Kinder weiterhin gerne lesen. Wir fördern einige Leseprogramme“, so Lucien Thiel von der Bürgerstiftung. Das Klassenduell gibt es bereits seit 2013, von Beginn an wurde es von den Kindern gut angenommen. Kein Wunder, denn es werden Bücher gelesen mit Titeln wie: „Der Tag, an dem die Oma das Internet kaputt gemacht hat“. Hier sagt die Protagonistin „klick klick“, wenn sie einen Doppelklick mit der Maus macht. Aber auch ein aufgefrischter Klassiker durfte nicht fehlen: der Räuber Hotzenplotz. 2018 erschien ein neues Buch über den Räuber, und zwar eine Wiederaufnahme der Geschichte mit der Mondrakete, bei der er sich aus einem Kartoffelsack einen Raumanzug bastelt. Eine Frage konnten dann eventuell auch Außenstehende beantworten: „Wie heißt der Wachtmeister aus dem Räuber Hotzenplotz?“ Das mehrstimmige „Dimpfelmoser“ dürfte man noch draußen auf der Hilgundstraße gehört haben.

Während der ersten Runden gab es ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen. Nach acht Runden lag Ruchheim mit nur drei Punkten zurück, doch bei den letzten beiden Runden legten die Rheingönheimer einen Zahn zu und gewannen mit 51 zu 39. Einen Buchpreis erhielten beide Klassen.