Ludwigshafen

Quartalsbilanz Aktionärsschützer enttäuscht / Ziele trotz schwächerer Zahlen bestätigt / Fusion von Wintershall und Dea steht

„Wo ist das Ergebnis geblieben?“

Archivartikel

Mannheim/Ludwigshafen.Die Autoflaute sowie der Zollstreit zwischen den USA und China haben beim Ludwigshafener Chemiekonzern BASF auch im Auftaktquartal kräftig auf den Gewinn gedrückt. Bereits im Gesamtjahr 2018 hatte BASF vor allem aufgrund eines sehr schwachen Schlussquartals einen deutlichen Rückgang beim Ergebnis verzeichnet. 2019 will der Konzern wie geplant wieder mehr verdienen.

In den ersten drei Monaten des laufenden Geschäftsjahres fiel das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) im Jahresvergleich um fast ein Viertel auf 1,76 Milliarden Euro, wie der Konzern zum Tag der Hauptversammlung mitteilte. Während die Segmente mit Basischemikalien und Kunststoffen deutlich schlechter liefen, verzeichnete das Unternehmen im Agrarchemiegeschäft dank eines Milliarden-Zukaufs vom Rivalen Bayer im vergangenen Jahr kräftige Zuwächse.

Autobranche erholt sich

Hans-Martin Buhlmann von der Vereinigung Institutioneller Privatanleger beschrieb das Ergebnis im ersten Quartal als „dramatisch schlecht“. In Richtung des Vorstandes sagte er: „Wo ist das Ergebnis geblieben? Haben Sie vergessen, es zu berechnen? Das ist doch traurig.“

Insgesamt hält BASF an dem Ziel fest, 2019 den operativen Gewinn vor Sondereinflüssen um ein bis zehn Prozent zu übertreffen. „Das erste Quartal war so schwierig wie erwartet“, sagte Finanzchef Ulrich Engel in einer Telefonkonferenz. Das zweite Quartal werde ähnlich schwach ausfallen. Mit einer Besserung rechnet er für das zweite Halbjahr. So hätten Kunden aus der für BASF wichtigen Automobilindustrie signalisiert, dass sich die Nachfrage wieder beleben werde.

Am vergangenen Mittwoch wurde die Fusion der Öl- und Gas-Tochter Wintershall mit dem Hamburger Rivalen Dea abgeschlossen. Das fusionierte Unternehmen soll im zweiten Halbjahr 2020 an die Börse gebracht werden. Zudem erhielt BASF von der EU-Kommission unter Auflagen die Genehmigung zur Übernahme des weltweiten Nylongeschäfts der belgischen Solvay-Gruppe. Das Material wird vielfältig verwendet, auch für Kleidung, Sportschuhe oder Teppiche. Gleichzeitig trennt sich BASF von Geschäftsbereichen.

Die BASF-Aktie gab kurz nach den Zahlen nach, drehte dann aber ins Plus. Analysten reagierten verhalten auf das Quartal. Die Ludwigshafener hätten die Erwartungen zwar übertroffen, seien aber insgesamt träge ins Jahr gestartet, schrieb Analyst Christian Faitz von Kepler Cheuvreux in einer Studie. Analyst Chetan Udeshi von der Bank JPMorgan urteilte, die Ergebnisse des Chemiekonzerns sollten die Anleger insgesamt beruhigen. 

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