Ludwigshafen

Süd Verwaltung plant neues „Soziale Stadt“-Gebiet an der Saarlandstraße / Ortsbeirat: Größtes Sorgenkind

Wohnquartier soll aufgewertet werden

Ludwigshafen.Wenige Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche, enge Bebauung und eine vergleichsweise schwache Sozialstruktur. Dies sind die Hauptgründe dafür, warum die Verwaltung das sogenannte Dichterviertel westlich der Saarlandstraße in den nächsten Jahren aufwerten will. Dazu soll es als „Soziale Stadt“-Gebiet ausgewiesen werden. „Dann bekommen wir Fördermittel für bauliche Investitionen“, begründete Sozialdezernentin Beate Steeg (SPD) im Ortsbeirat Südliche Innenstadt den Vorstoß.

Auf einhellige Zustimmung stieß diese Absicht bei den Fraktionen. „Das Gebiet ist seit vielen Jahren unser größtes Sorgenkind im Stadtteil“, betonte Ortsvorsteher Christoph Heller (CDU). „Das ist ein sehr gutes Vorhaben“, begrüßte auch Bernd Laubisch (SPD) die Pläne und fügte an die Adresse der Dezernentin hinzu: „Geben Sie Gas.“

Viele Schul- und Spielflächen sind laut Steeg in dem Gebiet zwischen Bahnlinie und AbbVie-Standort in einem schlechten Zustand. Handlungsbedarf sieht die Verwaltung auch deswegen, weil in dem Viertel eine Überalterung drohe. Hinzu kommen „Auffälligkeiten bei den Sozialdaten“, wie die Beigeordnete den überdurchschnittlich hohen Anteil an Sozialleistungsempfängern und Arbeitslosen umschrieb.

„Bürger sind die besten Kenner“

„Die Fördervoraussetzungen sind auf jeden Fall gegeben“, bilanzierte Steeg. Nachdem die Verwaltung zwei andere „Soziale Stadt“-Gebiete in Mundenheim-Südost und Westend abgeschlossen habe, könne die Stadt ein weiteres Viertel zur Förderung anmelden. Der offizielle Startschuss soll im Sommer erfolgen, zuvor muss aber der Stadtrat noch zustimmen.

„Wir werden frühzeitig die Bürger bei der Planung einbeziehen“, betonte die Beigeordnete. Überlegt würden nicht näher definierte Projekte für Kinder und Jugendliche. Generell will die Stadt Anregungen für bauliche Verbesserungen nicht nur von einem eingeschalteten Beratungsbüro erhalten, sondern vor allem von den Anwohnern. „Diese sind die besten Kenner der Lage“, meinte die Dezernentin.

Laubisch regte an, den ESV Ludwigshafen als größten Sportverein in der Stadt einzubeziehen. An einem Runden Tisch sollten die Vereine und Wohnungsbaugesellschaften, aber auch die Parteien im Stadtteil Süd vertreten sein, erklärte Steeg.

Einen guten Kontakt habe es indes in den vergangenen Jahren nicht zu allen Immobiliengesellschaften in dem Gebiet gegeben, merkte der Ortsvorsteher an. „Bei Schwierigkeiten mit einer Wohnungsbaugesellschaft kann man auch die Mieter direkt einbeziehen“, schlug Jens Brückner (Grüne) vor.