Ludwigshafen

Bismarckstraße Büro Stadtimpuls bereitet zweiten Gebäudeumbau bei Modellprojekt vor / Land bezuschusst Planungskosten

Wohnungen statt Leerstand

Archivartikel

Ludwigshafen.Mit bunten Folien war das Schaufenster einer ehemaligen Bäckerei jahrelang abgeklebt. Der damit kaschierte Leerstand soll sich bald ändern. Der Eigentümer, ein Immobilienfonds, wolle die frühere Ladenfläche in der Bismarckstraße 53 umbauen und dort Wohnungen einrichten, sagt Michael Kleemann, Geschäftsführer des Büros Stadtimpuls. Dies ist das zweite Vorhaben, bei dem leerstehende Immobilien in der mittleren Bismarckstraße dank Landeszuschüssen neu genutzt werden. „Für das Pilotprojekt ein Haus weiter wurde bereits eine Teilgenehmigung erteilt“, erklärt der städtische Bereichsleiter Volker Adam.

Schlafzimmer mit Lichthof

Seit gut einem Jahr läuft das Modellprojekt, um den Strukturwandel in der Fußgängerzone zwischen der Bahnhof- und Kaiser-Wilhelm-Straße zu voranzubringen. Weniger Handel und mehr Dienstleistungen und Wohnungen lautet das Ziel. Das Landesprojekt zum „Experimentellen Wohnungs- und Städtebau“ soll dabei helfen. Damit werden bis zu 90 Prozent der Planungskosten bezuschusst . Zur Umsetzung schaltete die Verwaltung das Büro Stadtimpuls ein, das die Hausbesitzer mit Fragebogen und in persönlichen Gesprächen auf das Programm hinwies.

Ergebnis: Der Besitzer des Hauses Bismarckstraße 53 möchte jetzt eine 200 Quadratmeter große Erdgeschossfläche umgestalten, die L-förmig bis zur Amtsstraße reicht – durch das Entfernen von Zwischenwänden. „Geeignet ist die Fläche für Studentenwohnungen oder eine Senioren-Wohngemeinschaft, aber auch für Freiberufler, die damit Wohnen und Arbeiten verbinden“, erläutert Kleemann die Nutzungsmöglichkeiten. Im rückwärtigen Bereich Schlafzimmer mit Lichthof und vorne Büro und Wohnzimmer – so könnte ein Konzept aussehen.

Um weitere Anregungen zu geben, informierte die Stadt unter dem Motto „Leben im Laden“ drei Tage lang und stellte Planungsvarianten vor. In dieser Zeit nutzte die Künstlerin Nicoleta Steffan die Räume als Wohnung mit Atelier. Bis zum September will das Büro Stadtimpuls den Bauantrag erarbeiten, so dass der Umbau ab Frühjahr 2019 beginnen könnte. Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck sprach von einem „guten Beispiel“ zur Umnutzung.

Für das Pilotprojekt im Gebäude Bismarckstraße 51 hat die Verwaltung bereits zwei Bauvoranfragen positiv beschieden. Zudem wurde der Ausbau des Dachgeschosses zu einer Wohnung genehmigt. Für die Gestaltung des Erdgeschosses erwägt der Eigentümer noch eine andere Variante als Wohnungen. Adam: „Denkbar ist auch die Einrichtung eines Cafés mit kleinem Röstbetrieb.“