Ludwigshafen

Entsorgung GML-Abfallunternehmen investiert rund 60 Millionen Euro bis 2024 / Auftrag vergeben

Zwei Müllkessel werden erneuert

Ludwigshafen.Das 52 Jahre alte Müllheizkraftwerk in der Bürgermeister-Grünzweig-Straße wird in den nächsten Jahren umfangreich modernisiert. Die Gemeinschafts-Müllheizkraftwerk Ludwigshafen GmbH (GML) bereitet dafür ein Großprojekt vor – mit Kosten von bis zu 60 Millionen Euro. Bis 2024 werde das Unternehmen zwei Kessel abreißen und durch effizientere Anlagen ersetzen, kündigt Geschäftsführer Thomas Grommes an. Dafür vergab die GML einen Auftrag an die Steinmüller Babcock Environment (SBE) GmbH aus Gummersbach.

17 Varianten untersucht

SBE, das seit mehr als 50 Jahren im Bereich thermische Abfallbehandlung und Rauchgasreinigung tätig ist, wird zwei baugleiche Müllkessel mit Stufenrost-Feuerung liefern. Darin werden jährlich jeweils zwischen 90 000 und 100 000 Tonnen Abfall aus der Vorderpfalz sowie aus dem Kreis Alzey-Worms verbrannt – und dessen Abwärme genutzt. Der entstehende Hochdruckdampf wird im benachbarten Fernheizkraftwerk verwendet, um Strom und Fernwärme zu produzieren.

Grund für die Modernisierung sind vor allem Überlegungen zur Wirtschaftlichkeit. „Es ist zwar möglich, die 25 und 30 Jahre alten Kessel weitere Jahre in Betrieb zu halten. Mit den Neubauten kann aber die Entsorgungssicherheit für eine Million Bürger langfristig gewährleistet werden“, erläutert Grommes das Projekt. Die Kapazität des Kraftwerks werde jedoch nicht erhöht.

Im Vorfeld ließ die GML 17 technische Varianten untersuchen. Vor zwei Jahren entschied der Aufsichtsrat, zwei Kessel auszutauschen und einen dritten zu ertüchtigen. Dies bedeutet für das Unternehmen eine ungewöhnlich hohe Investitionssumme, deren Finanzierung über Kommunalbürgschaften der GML-Gesellschafter abgesichert wurde.

Relativ kurz dauerte indes das Genehmigungsverfahren, das nach fünf Monaten im August 2018 mit einem positiven Bescheid endete, nachdem die Deutsche Bahn als direkter Nachbar keine Einwendungen erhoben habe.

In den nächsten Wochen beginnt SBE, das zum zweitgrößten Stahlhersteller Nippon Steel Corporation gehört, mit der Detailplanung. Ab dem nächsten Jahr soll ein neuer Müllkessel neben der Bahnlinie gebaut und bis Sommer 2020 betriebsbereit sein. Danach wird eine alte Anlage abgerissen, an deren Stelle folgt der zweite Neubau.

Auch wenn das Großprojekt erst 2020 startet, laufen bereits viele Vorbereitungen. Eine Fernwärmeleitung wurde auf dem Gelände an der Bürgermeister-Grünzweig-Straße verlegt. Die GML mietete ein 3000 Quadratmeter großes Gelände von den Technischen Werken (TWL) an, auf dem Anlagenteile vormontiert werden. Die Erneuerung der Müllkessel erfolgt übrigens bei laufendem Betrieb – bei leichten Einschränkungen. Ein Teil der Müllmenge wird auf Anlagen in anderen Städten verteilt.

Finanzielle Auswirkungen auf die Bürger hat das Vorhaben laut Aufsichtsratsvorsitzenden und Baudezernent Klaus Dillinger (CDU) indes nicht. „Durch die Investitionen bleibt der Verbrennungspreis stabil. Deshalb wird sich an den Müllgebühren nichts ändern.“