Ludwigshafen

Sport Beim Neujahrslauf in Maudach gehen fast 350 Teilnehmer an den Start

Zwischen Marathon und Familienfest

Archivartikel

Ludwigshafen.Als Veranstalter Alexander Rossbach alle Läufer auf der Strecke hat, kann er für ein paar Sekunden mal Luft holen: „Es ist der Wahnsinn mit den Läufern“, sagt er, „gegenüber dem letzten Jahr hat sich die Teilnehmerzahl verdoppelt.“ Und nicht nur das: „Wir hätten noch 100 Läufer mehr auf die Strecke schicken können.“ Aber Rossbach ist vorsichtig: „Das gibt die Peripherie nicht her.“ Damit meint er beispielsweise die Parkplatzsituation an der Bruchfesthalle.

Beim 800 Meter KidzRun starten um 15 Uhr 35 Kinder. Es ist ein ohrenbetäubendes Gewusel, jeder gibt Gas. Am Ende reicht der atemraubende Schlussspurt von Eliah Krüger nicht ganz: Mit einer Sekunde Vorsprung holt Paul Bertsch den Sieg. „Die Bewegung ist für die Kinder ganz wichtig, und dann noch in der frischen Luft“, so Ortsvorsteherin Rita Augustin-Funck, die die Kinder auf den letzten Metern noch mal richtig anfeuert. Fast im Sekundentakt laufen diese ins Ziel und bekommen ihre Goldmedaillen. Glückliche Eltern fotografieren ihre noch glücklicheren Kinder.

Oskar hatte keine Lust mehr

Und dann, als jeder glaubt, dass der Lauf schon lange beendet sei, biegt Oskar Wernecke ein auf die Zielgerade. Auf den letzten Metern avanciert er zum Zuschauerliebling. Mit fünf Minuten Rückstand läuft er als letzter ins Ziel: „Nach einem Viertel der Strecke hatte er keine Lust mehr zu laufen“, erklärt seine Mutter nach dem Zieleinlauf.

Knapp 350 Läufer machen sich im Anschluss fertig für den Start zum großen Neujahrslauf. Daisy Rossbach und Alex Kiesow kommen pünktlich am Start an, denn sie sind bereits 36 Kilometer gelaufen: Von Ludwigshafen nach Mannheim-Rheinau und wieder zurück nach Maudach, mit den restlichen 6,3 Kilometern des Neujahrslaufes komplettieren sie ihren Marathon von 42 Kilometern. „Wir laufen jede Woche einen Marathon“, wie die beiden gelassen berichten. Und nicht nur das: Sie laufen auch noch barfuß.

„Sie brauchen keine Schwimmflossen“, gibt Ortvorsteherin Augustin-Funck den Läufern in Anspielung auf die nasse Strecke mit auf den Weg. Fabian Marondel geht als Favorit ins Rennen, auch Dominic Marquedant werden gute Chancen eingeräumt. Aber den Läufer mit der blauen Mütze links außen beim Start hat niemand auf dem Radar: Dem Amerikaner Adam Rich aus Colorado wird es nach einem Kilometer zu langsam, er gibt Gas und läuft allen davon: 19,46 Minuten sind unschlagbare Bestzeit. Marondel wäre zweiter geworden, doch bei Kilometer 5,3 biegt er falsch ab und läuft 30 Meter in die falsche Richtung: „Danach kämpfst du nur noch gegen deinen Frust.“ Marquedant überholt ihn bei dem Fauxpas und wird mit 21,13 Minuten zweiter, zehn Sekunden später läuft Marondel ins Ziel. Die erste Frau ist nach 24,50 Minuten im Ziel: Eszter Varga mit der Startnummer 001 belegt den zwölften Platz.

„Ich habe Hochachtung und Respekt!“: Eineinhalb Stunden nach dem Start ehrt Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck in der Halle die Sieger, doch davor gibt es nochmals tosenden Beifall: Angefeuert von seiner Familie kommt als letzter Läufer Hans-Jürgen Schön ins Ziel: „Ich liebe das Familienevent Neujahrslauf“, sagt seine Tochter Michaela. Und als Papa wieder bei Puste ist, verrät er auch, warum er so langsam ist: „Die haben meine Abkürzung gesperrt.“

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