Maimarkt

Hallentour Rundgang mit einer Meisterin der Hauswirtschaft

Gurken-Spaghetti und Ziehharmonika-Chips

Archivartikel

Kehrbesen, die auch Wasser abziehen. Saftausgießer, die sich direkt in eine Orange drehen lassen. Schimmel-Hexen, die es auf feuchte Fugen abgesehen haben. WC-Bürsten, die ohne Borsten auskommen. Von A wie Akkusauger bis Z wie Zauberstab gibt es so ziemlich alles. Auch Fachfrau Uschi Mallmann, zweite Vorsitzende des Mannheimer Netzwerkes Haushalt, informiert sich in den Hallen mit Klassikern und Knüllern rund um Kochen, Putzen und Waschen.

Einen Stopp legt die Meisterin der Hauswirtschaft an jenem Stand ein, wo laut Reklameschild „weltbeste“ Pfannen für Gastronomie-Profis präsentiert werden. Uschi Mallmann macht erst mal die „Plan-Probe“: Eine Pfanne müsse platt aufliegen, weil Wölbungen im Boden die optimale Hitzentwicklung behindern, erläutert sie. Das Brutzelgeschirr besteht den Test. Der Vorführer demonstriert, dass auf dem Herd kein Krümelchen anhängt: Einen mit wenig Fett gegarten, fast durchscheinenden Eierteig pustet er mit kräftigem Atem in die Höhe – ehe er das Ganze publikumswirksam flambiert. Nein, an der Pfanne hat die Meister-Hausfrau nichts zu mäkeln.

Wer kennt es nicht das Phänomen: Eigentlich will man sich nur eine Handvoll Chips gönnen, aber am Ende des Krimis ist die Tüte leer, aber dafür der persönliche Fettspeicher voll. Köstliche Kartoffelschnipsel ohne Kalorienreue knabbern – damit werben in den Haushaltshallen so einige Anbieter. Aber wie soll das funktionieren? Beispielsweise mittels eines Silikon-Ringes samt Mini-Haltebügeln für dazwischen gesteckte Scheiben eines geschälten wie gewürzten Erdapfels. Und ab damit in die Mikrowelle oder den Backofen. Uschi Mallmann findet die Kostproben „ganz lecker“. Sie fragt sich aber, ob die Anschaffung eines Haushaltsgerätes ausschließlich für Chips oder Gemüsedörren lohnt.

Die Fachfrau bevorzugt mehrfach verwendbare Tausendsassas. Jener Schäler, der sich in beide Richtungen über rohes Gemüse ziehen lässt und mit Zusatzkreisel vitaminreiche Stangen wie Karotten oder Zucchini in sich drehende Spaghetti verwandelt, beeindruckt sie. Den Kniff mit dem aufgesetzten Akkuschrauber, der mühseliges Drehen mit Hand überflüssig und meterlange Kartoffelgirlanden in Null komma nix ermöglicht, probiert sie selbst aus. Übrigens verwandeln sich solch hauchdünne Spiralen im Backofen zu fettfreien Ziehharmonika-Chips.

Fleck weg mit Ultraschall

Klar, dass die Haushaltsexpertin den als Deutschlandpremiere gepriesenen Stab zum Fleckenentfernen inspiziert. Beim Vorführen wird Spinatbrei mittels Ultraschalltechnologie aus verschmutzten Textilfasern eines Herrenhemdes gelöst: In der Tat ist das vorher dunkle Grün bald kaum noch erkennbar – beim eigentlichen Waschvorgang soll sich der Fleck gänzlich auflösen.

Uschi Mallmann, die in der Baden-Württemberg-Halle zum Info-Team des Netzwerkes Haushalt gehört, hält nach umweltfreundlichen Ideen Ausschau – und wird fündig: Mini-Kaffeebehältnisse, die sich 70 bis 80 mal auffüllen lassen und Einmalkapseln aus Aluminium überflüssig machen, imponieren ihr – „so etwas finde ich gut“.

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