Maimarkt

Technologie Schablonen zeigen, wo Kochfelder sind

Hilfe für Blinde aus dem 3D-Drucker

Der 3D-Drucker summt leise. In einem Bogen gleitet die Düse von rechts nach links, von hinten nach vorne. Eine blaue Masse spritzt gleichmäßig aus der Öffnung. Strich nach Strich, wie bei einem Pinsel.

Ingenieur Georg Hartmann hat gemeinsam mit Christoph Graf den Kochfeldprofi entwickelt: Eine Schablone aus dem 3D-Drucker, die Blinden hilft, Ceranfelder zu bedienen. „Wir Blinde können Cerankochfelder nicht ertasten. Früher hatten die Kochplatten Knöpfe“, erklärt Graf, der selbst sehbehindert ist, während er eine der blauen Schablonen in der Hand hält. „Sie sagt mir, welche Kochplatte für welchen Topf ist.“ Außerdem kann er so erkennen, wo die Kochplatten sind. Ein anderes Teil lotst Sehbehinderte zum Einschaltknopf und zu den Tasten, die die Hitze regulieren. Aus insgesamt sechs Plastikteilen setzt sich das Set zusammen. „Was wir im Leben brauchen, haben wir damit umgesetzt“, bringt Graf auf den Punkt.

Digitalisierung macht’s möglich

„Jede Schablone ist ein Unikat, und Digitalisierung bedeutet Flexibilität“, sagt Hartmann. Damit meint er, dass es viele verschiedene Ceranfelder gibt, die alle unterschiedliche Größen haben. Diese werden ausgemessen und an das Unternehmen von Hartmann übermittelt. Anhand der mehr als 40 Daten errechnet ein Programm, welche Form der 3D-Drucker produzieren soll. Die Düse des Geräts spritzt dann rund einen halben Millimeter große Plastikwürstchen auf- und nebeneinander, erklärt Hartmann. Die Masse ähnelt der Konsistenz von gekochten Spaghetti. Weil sie warm sind, verbinden sich die einzelnen Fäden.

Das Surren des Druckers wird lauter. Nun kommt die zweite Schicht. Langsam lässt sich die Endform der Schablone erkennen.

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