Maimarkt

Nachhaltigkeit Fairtrade-Sonderschau mit Lebensmitteln, Textilien und Kunsthandwerk / Stadt Mannheim stellt Leitbild 2030 vor

„Jeder kann etwas verändern“

Archivartikel

Keine Armut, Klimaschutz und verantwortungsvoller Konsum – das sind drei der 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen, die die Stadt Mannheim auf lokaler Ebene mit ihrem Leitbildprozess 2030 umsetzen möchte. Matthias Krebs von der Strategischen Stadtentwicklung hat vorgestellt, wie diese Ziele verwirklicht werden sollen. Beispielsweise solle der Grünzug Nordost für kühle Luft sorgen und somit zum Klimaschutz beitragen, erklärte Krebs.

Denn insbesondere beim Klima schneide die Stadt nicht so gut ab. „Wir müssen die Emissionen reduzieren, indem wir den nachhaltigen Verkehr ausbauen, den Radverkehr weiter verbessern und den Fußverkehr stärken“, sagte Krebs. In Bezug auf das Ziel des verantwortungsvollen Konsums hat sich der Gemeinderat bereits verpflichtet, nur fair gehandelten Kaffee zu trinken. Damit möchte die Stadt nicht nur die Nachhaltigkeitsziele umsetzen, sondern auch wieder den Titel „fairtrade Town“ also faire Stadt, erlangen, den die Kommune seit 2012 trägt.

Voraussetzung für den Titel sind außerdem Bildungsangebote zu fairem Handel. Das Zentrum globales Lernen setzt diese um: Die Institution, die zum Eine-Welt-Forum gehört, bietet Workshops für Kinder und Jugendliche und Weiterbildungen für Lehrer an. Dabei geht es um Nachhaltigkeit und globale Gerechtigkeit. „Grundschüler lernen beispielsweise, wie Kakao hergestellt wird, oder für etwas ältere, wer unsere Klamotten produziert“, erklärt Julia Christof vom Eine-Welt-Forum.

Die Universität Mannheim möchte dieses Jahr erstmalig den Fairtrade-Titel bekommen. Um das zu erreichen, müssen unter anderem mindestens zwei Produkte im gastronomischen Angebot fair gehandelt sein. Im „green office“ können sich die Studenten engagieren.

„Jeder Einzelne kann etwas verändern, wenn er sich überlegt: was bedeutet das, was ich tue für meine Umwelt“, appelliert Krebs an die Bürger.

Neue Angebote aus aller Welt

Wer direkt auf dem Maimarkt faire Produkte kaufen möchte, ist bei der Sonderschau „Eine-Welt-Halle. Fair Trade“ richtig. Dort gibt es fair gehandelte Textilien, Kunsthandwerk und Lebensmittel. Neu dieses Jahr sind Grußkarten aus Afrika, Lederprodukte aus Kalkutta und Sonnenbrillen, die aus recycelten Computergehäusen oder Bambus hergestellt wurden. Die Schau fokussiert sich dieses Jahr auf die Länder Nepal, Sri Lanka und die Mongolei. Die Produkte, die in der Halle verkauft werden, sind „so produziert, wie ich auch leben möchte,“ erklärt Martina Lenz, die die Ausstellung organisiert hat. Das heißt, dass von den Löhnen eine Familie leben kann. „Wir wollen preiswert einkaufen, aber sehen nicht, dass Menschen deshalb verarmen,“ sagt Lenz.

Die Besucher des Maimarkts können nicht nur Kaffee, Handtaschen oder Geschirr käuflich erwerben, sondern sich auch über Produktionsbedingungen informieren oder eine Reise nach Nepal und in die Mongolei buchen. Wer inmitten des Maimarkt-Trubels in Ruhe eine Tasse Kaffee und ein Stück Kuchen – auch fair produziert – genießen möchte, ist in der Halle, in der es verhältnismäßig entspannt zugeht, genau richtig.

Zum Thema