Maimarkt

Internationales Afrikanisches Dorf bietet Musik, Kunsthandwerk, Essen und Kosmetik

Schwarze Seife, Balafon und Kochbanane

Archivartikel

Das laute rhythmische „badum badum badum“ der Trommeln ist schon von weitem zu hören. Beim Näherkommen steigt Curry-Geruch in die Nase und vermischt sich mit dem süßlichen Aroma von Räucherstäbchen. Wild gemusterte Teller und Schalen liegen aufeinandergestapelt auf Tischen. Bunte weite Kleider hängen an einem der Stände im Afrikanischen Dorf. Daneben wehen die Federn eines Traumfängers im Wind.

Stöbern bei Trommelmusik

„Wir verkaufen orientalisches Kunsthandwerk aus Marokko, Nepal und Indien“, sagt Aussteller Mohamed Zine Liyame, nachdem er ein paar Taschen an seinem Stand zurechtgerückt hat. Neben den Beuteln reihen sich Fächer, Figuren aus Holz und Ringe aneinander, Stirnbänder hängen an einem Ständer. „Mir ist es wichtig, direkt beim Hersteller einzukaufen, sagt Liyame. „Und darauf zu achten, dass die Ware fair produziert wurde. Und zu schauen, wie es den Angestellten geht“, erklärt der Marokkaner.

Einige Stände weiter wird klar, woher der Geruch kommt, der in der Luft liegt: Tütchen an Tütchen reihen sich Gewürze aus Madagaskar. Pfeffer, daneben Kardamom, Curry und Vanille, ein Stückchen weiter hinten Kakao. Die Räucherstäbchen gibt’s einen Stand weiter. Außerdem Tee aus Marokko und Gewürzmischungen aus dem afrikanischen Land. Beispielsweise die Mischung Ras el Hanout, die sich aus Kardamom, Nelken, Paprika, Kreuzkümmel, Koriander und Zimt zusammensetzt.

Auch für die Haut und Haarpflege hat das Afrikanische Dorf etwas zu bieten: schwarze Seife, Sheabutter, oder Arganöl beispielsweise. Die wie Kohle aussehende Seife besteht aus Kakaoschale. Diese wird verbrannt und die Asche davon dann mit Kokosöl vermischt, wie Verkäuferin Sylvia Kyei-Mensah erklärt. Sheabutter oder Arganöl werden beispielsweise als Creme verwendet.

An afrikanischen Holzmasken und Figuren vorbei geht es zu den Essensständen. Einer der Köche wendet gerade einen rund 30 Zentimeter großen Fisch auf dem Grill. Außerdem im Angebot: gegrilltes Gemüse, Süßkartoffeln, Kochbananen und Yamwurzeln, ein süßlich schmeckendes kartoffelartiges Gewächs. Nebenan werden Falafel, also Kichererbsenbällchen, oder Schawarma – ein Gericht, das Döner ähnelt – angeboten. Während die Besucher essen und stöbern, spielen Sanna Kuyateh und Paco Niane von der Heidelberger Band Sunucraft auf Trommeln, Kora, einem Zupfinstrument, oder Balafon – einem hölzernen, großen Xylophon. Die Musiker lassen ihre Hände rasant auf die Trommeln niedersausen. Dabei schwingt Kuyateh seinen Kopf, so dass seine schwarzen Dreadlocks durch die Luft fliegen.

Info: Fotostrecke unter morgenweb.de/Maimarkt

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