Maimarkt

Sonderschau „Games for Families“ erstmals auf dem Maimarkt / Aussteller achten auf Altersfreigabe

Spielzeug für die ganze Familie

Archivartikel

Alle Augen haften gebannt an den zwei Autos, während Fabio Lopez und seine Schwester Valentina Runde für Runde auf der Rennstrecke drehen. Dann überschlägt sich ein Wagen in der Kurve und wird aus der Bahn geschleudert. „Eine Rennbahn habe ich früher auch gehabt“, sagt Vater Carlos. „Ich freue mich, dass ich die nun auch mit meinen Kindern fahren kann.“

Spielen mit der ganzen Familie, genau das ist die Idee der „Games for Families“-Sonderschau. Erstmals auf dem Maimarkt können die Besucher in Halle 10 Rätselspiele, Wettkämpfe und Baukästen ausprobieren. Alles jugendfrei, garantiert der Aussteller, dafür sorgt unter anderem ein Expertenbeirat aus Fachjournalisten, Psychologen und Pädagogen. Das Angebot sei dennoch nicht nur für Kinder, versichert Alexander Kühl, Projektleiter der Schau.

Virtuelles Autorennen

Vor allem die „First Person View“-Arena weckt die Neugier der Besucher. Diese können hier in der Ich-Perspektive Modell-Autorennen fahren. Die Spieler führen mit Lenkrad und Pedalen die ferngesteuerten Autos durch einen Parcours. Dank Brille mit eingebautem Bildschirm können die Besucher sich, zumindest optisch, in die Perspektive des Fahrers hineinversetzen. „Die Fahrt war super, viel spannender als nur auf der Konsole“, sind sich vier Brüder einig. Die Jungs zwischen acht und 16 Jahren sind mit ihrem Papa auf dem Parcours angetreten. „Das ist ein Trend, den wir schon länger beobachten“, erklärt Kühl, „analoge und digitale Spielelemente werden zunehmend kombiniert“.

Wer jetzt aber denkt, digitales Spielen hat Brettspiele, Baukästen und Urzeitkrebse verdrängt, ist auf dem Holzweg. Gesellschaftsspiele seien immer noch sehr gefragt, sagt der Projektleiter. Tatsächlich sind die Spieltische an diesem Tag drängend voll. Die Hersteller werden dabei immer erfinderischer: Beim Spiel Spinderella beispielsweise müssen die Spieler ihre Spinnenfigur auf dem oberen Spielfeld bewegen, um die darunterhängende Spinne abzuseilen und Spielsteine aufzusammeln. „Ich habe das Spiel für meinen Enkel geholt, damit er ein Gefühl für räumliches Denken bekommt“, sagt der 91-jährige Hans-Paul Volk mit dem Spielkarton unter dem Arm.

Roboter für Kleinkinder

Auch an anderen Ständen in der Halle finden Besucher Spiele, die Lerneffekte bieten sollen. Einfache Roboter bringen dem Nachwuchs ab fünf Jahren das Programmieren bei. Für Kinder mit Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsstörung soll das Therapiespiel Zappelix zaubert eine Hilfestellung zur Konzentration und Geduldsübung sein.

„Heute erkläre ich nicht mehr meinem Enkel eine Modellbahn, sondern er mir das Smartphone“ freut sich Volk. „Ich bin beeindruckt, wie spielerisch Kinder heute mit Technik aufwachsen.“

Sogar das Bundesamt für Bevölkerungsschutz bietet ein kostenloses Online-Spiel, um Kinder für Gefahrensituationen zu wappnen.