Mannheim

Show in SAP Arena

13-jährige Mannheimerin bei "Holiday on Ice": Der große Moment eines jungen Sterns

Archivartikel

Mannheim.Es ist ein stolzes Strahlen, das an diesem Freitagabend in der SAP Arena das Gesicht der 13-jährigen Kiara Siehr durchstrahlt. Denn auch, wenn 2800 Augenpaare in der Mannheimer SAP Arena nur für gute zwei Minuten auf ihr ruhen: Für das Eislauftalent aus der Quadratestadt ist ein Traum Wirklichkeit geworden.

Dabei begann für die Durchstarterin vom Mannheimer Eis- und Rollsportclub (MERC) doch alles viel früher. Als das Showformat „Holiday on Ice“ im Sommer 2018 gerade seine neue Nachwuchsakademie konzipiert, offerieren die Verantwortlichen mit einem die Chance auf einen einmaligen Live-Auftritt in der großen Jubiläumsproduktion „Showtime“. Mit einem Video und einem persönlichen Motivationsschreiben konnten sich junge Eislauftalente um eine Kür vor der ganz großen Kulisse in einer der 27 Gastspielstädte bewerben. Tausende Kandidaten rangen um die Gunst des Augenblicks – am Ende entschied sich die Jury für Kiara. „Das war ein unwirklicher Moment für mich, ich konnte es gar nicht fassen“, blickt die 13-Jährige im Gespräch zurück und schildert entschlossen ihre Motivation: „Es war mir schon immer wichtig, auf Wettkämpfen nicht nur um Punkte zu laufen, sondern den Spaß zu vermitteln, den ich auf dem Eis habe.“ Nun bekam sie die einmalige Chance dazu. Eine Chance, die sie souverän nutzen sollte.

Chefchoreograph Robin Cousins und der Regisseur Kim Gavin hatten dem jungen Talent mit der agilen Nummer „Fun“ aus der Feder von Andy Powell und Linda Roan lediglich das melodische Konzept vorgegeben – der Rest blieb allein der Kreativität des Talents aus dem Landeskader ihres Heimvereins überlassen. Und die Jugendliche lieferte. Schon bei der Probe am Mittag sitzen die tänzerischen Elemente mit einer himmlischen Leichtigkeit, strotzen die Pirouetten nur so vor Dynamik. Ein bärenstarker Ausdruck eines funkelnden Selbstbewusstseins, mit dem die junge Läuferin zur Tat schreitet – und bis zum letzten Augenblick offen für Anregungen bleibt. Als die Paarlauf-Olympiasieger Aljona Savchenko und Bruno Massot die Kür der jungen Kiara studieren und ihr im Anschluss noch ein paar letzte Hinweise für den großen Auftritt geben, lächelt und scherzt die 13-Jährige mit den Vollprofis, als habe sie nie etwas anderes getan.

Dann rückt der entscheidende Moment immer näher. In einer epischen Zeitreise blicken die insgesamt 40 Läufer in der SAP Arena auf 75 Jahre „Holiday on Ice“ zurück, lassen den harten Kampf um die besten Talente Revue passieren – und zelebrieren von asiatischer Ästhetik über lateinamerikanische Leidenschaft bis hin zu nordischem Humor, mit welch kraftvoller Vielseitigkeit sich das Format zur weltweit beliebtesten Eisshow entwickelte. Es sind Momente, die auch Kiara Siehr tief beeindruckt hinterlassen – und die junge Frau doch nicht überwältigen. Als die Moderatorenstimme ihren Namen durch die Boxen hallen lässt, fährt sie zwar zunächst ein wenig zögerlich auf das Eis. Doch dann gibt sich Kiara voll und ganz dem Moment hin.

In ihrem beige-rot funkelnden Kürkleid, das sich die Nachwuchshoffnung eigens für diesen Auftritt hatte schneidern lassen, fegt sie über das Eis und fühlt sich von Augenblick zu Augenblick wohler. Mit jedem Sprung steigt der Genuss, mit jeder Drehung weicht die Nervosität. Auch, wenn es am Ende nur 148 Sekunden sind, nach denen Kiara Siehr erfüllt gen Arenahimmel blickt, war dies wohl nur der erste von zukünftigen weiteren großen Momenten eines jungen Eislaufsterns, von dem man in Zukunft noch einiges hören dürfte.

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