Mannheim

Rettungsdienste Großeinsatz für Ehrenamtliche

30 Personen verletzt

Plötzlich braucht eine Frau frische Babywindeln – aber auch das ist kein Problem. Zwei Johanniter-Helferinnen, auf deren Fahrzeug eigentlich mit Magnetschild „Einsatzkräfte-Verpflegung“ steht, holen eine Kiste hervor. Und da sind selbst Windeln und Hygieneartikel drin.

Dabei ist morgens, als die Schnelleinsatzgruppe der Johanniter alarmiert wird, noch nicht absehbar, dass sich ihr Einsatz bis in die Nacht hinzieht. Ohnehin sind die Ehrenamtlichen derzeit besonders gefordert. Große Brände in der Waldhofstraße, im Biomassekraftwerk und auf der Hochstätt, jetzt der Hochhausbrand – binnen sieben Tagen ging vier Mal der Piepser. „Das fordert die Leute schon enorm, aber dafür sind wir auch da – ein halbes Jahr lang war gar nichts“, so Philipp Bergmann, der Leiter der Johanniter-Schnelleinsatzgruppe.

Asthma und Kreislaufkollaps

Sie sind nicht nur für Verpflegung und Betreuung da, bringen den stark geforderten Einsatzkräften Kaffee, Müsliriegel und Brezeln. Ihre Ehrenamtlichen unterstützen auch stark den regulären Rettungsdienst. In der Werner-von-Siemens-Schule richten sie einen Raum ein, wo eine Notärztin die Hausbewohner untersucht, die zu viel Rauch eingeatmet haben. Anfangs ist wenig zu tun, zur Mittagszeit wird es aber hektisch.

Während die Leute zunächst nur husten, werden dann mal ein Kreislaufkollaps, mal ein Asthmaanfall gemeldet. Immer öfter müssen die Einsatzleiter Rettungsdienst – erst Dominik Hinel, dann Kai Mutschler – Sanitäter in das Hochhaus schicken, um Patienten zu holen.

Bis zum Abend schnellt die Zahl der Verletzten auf 30 hoch. Neben den Johannitern sind dann längst auch Ehrenamtliche von Rotem Kreuz und Maltesern sowie dem Arbeiter-Samariter-Bund mobilisiert – praktisch alles, was an Haupt- und Ehrenamtlichen verfügbar ist. Das Technische Hilfswerk sorgt für Mittag- und Abendessen. pwr

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