Mannheim

Musik Zum zweiten Mal gastiert die internationale Gitarrenmesse „Guitar Summit“ in der Quadratestadt / Livemusik mit Szene-Schwergewichten

420 Hersteller reisen aus aller Welt an

Archivartikel

Als Dieter Roesberg an diesem sonnigen Mittag im Rosengarten auf die Premiere des ersten „Guitar Summit“ vor einem Jahr zurückblickt, spart der Kenner internationaler Saitenkunst nicht mit großen Worten. Einen „großartigen Einstand“ bilanziert der Chefredakteur der Fachzeitschrift „Gitarre&Bass“ der ersten internationalen Gitarrenmesse in der Quadratestadt. Die Idee, die dahintersteckte: Der Mannheimer Summit sollte sich zu einem Event entwickeln, das der Frankfurter Musikmesse ein pointiertes Forum des persönlichen Austauschs gegenüberstellte.

Bereits zum Auftakt 2017 versammelten sich rund 4500 Besucher, kleine Gitarrenmanufakturen sanden neben Branchen-Giganten wie Yamaha. Das Triumvirat aus „Gitarre&Bass“, der Mannheimer Music Commission und der Kongressgesellschaft m:con verstand das als klaren Beleg für den Bedarf einer Veranstaltung, die sich mit zunehmender Popularität längst auf dem Weg zur sechssaitigen Weltspitze befindet.

So jedenfalls darf man das Programm deuten, das vom 7. bis 9. September die Enthusiasten zelebrierter Gitarrenkunst auf ein Neues anlocken soll – und die Philosophie des vergangenen Jahres dabei durchaus weiterdenkt. Denn zum einen belegen die Organisatoren nun die komplette Ausstellungsfläche des Rosengartens, um mit 420 Marken aus ganz Europa und der Welt rund 100 Hersteller mehr als im Vorjahr zu präsentieren – auf der anderen Seite will man die Philosophie des direkten, persönlichen Austauschs unbedingt erhalten.

160 kostenlose Workshops

Anlass zum gemeinsamen Schwärmen soll nicht nur die Boutique-Gitarrenausstellung geben, die ausgewählte Einzelstücke der Saitenkunst für die Blicke der Neugierigen freigibt – auch die Gelegenheit des Ausprobierens soll zwischen Kabeln und Verstärkern, Effektpedalen und Vorzeigemodellen von Engl bis Fender erhalten bleiben. Von 160 kostenlosen Workshops, einem neu eingerichteten „Do It Yourself“-Areal sowie dem bewährten Gitarrenflohmarkt ist da noch gar nicht gesprochen.

Dass sich der „Guitar Summit“ schon nach seinem ersten Jahr zu einer Plattform entwickelt hat, mit der sich Hersteller von Weltrang identifizieren, belegt nicht nur die Weltneuheit des Saarländer Premium-Herstellers Hughes&Kettner, dessen Präsentation sich der Verstärker-Spezialist eigens für Mannheim aufgehoben hat. Auch der Deidesheimer Gitarrenbauer Jens Ritter, der mit seinem Swarovski-kristallbesetzten Einzelstück für Lady Gaga auf sich aufmerksam machte (wir berichteten), wird in Mannheim seine Meisterstücke ausstellen.

Was nicht heißt, dass auf Livemusik verzichtet werden müsste. An zwei Abenden soll mit Szene-Schwergewichten wie Jon Gomm und Petteri Sariola, Ex-Scorpions-Gitarrist Uli Jon Roth und Bon Jovi-Saitenmagier Phil X wahlweise der akustischen und der elektrischen Welt gehuldigt werden, die sich in exklusiv arrangierten Meisterklassen im kleinen Kreis progressiv fortsetzen wird. Eine Jazz-Matinee mit dem Echo-Jazz-Gewinner Hanno Busch rundet das Konzertprogramm ab – und bildet erst die Basis dessen, was Dieter Roesberg als „Community-Gedanken“ beschreibt. Denn auch der Experte weiß: „Wir wollen nicht nur Europas größte Antwort dafür bleiben, dass die Gitarre alles andere als tot ist, sondern all jenen einen Ort der Zusammenkunft bieten, die sie lieben – und die Idee großartiger Gitarrenmusik passioniert in sich tragen.“