Mannheim

Ermittlungen Ein offenbar unter Drogeneinfluss stehender Mann soll mehrere Autos beschäftigt und Passanten belästigt haben

61-Jähriger hinterlässt Spur der Verwüstung

Archivartikel

„Ein Trümmerfeld“ – so bezeichnet die Polizei im Pressebericht das Bild, das sich am Mittwoch einem Straßenbahnfahrer bot, der gegen 21.30 Uhr in die Straßenbahnhaltestelle „Carl-Benz-Stadion“ einfuhr. Ein offenbar unter Drogen stehender Mann hatte dort, wie sich später herausstellte, bei einem Unfall eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Anschließend war er geflüchtet. Kurz darauf konnte jedoch ein Verdächtiger festgenommen werden.

Als der Straßenbahnfahrer, der die Schäden sofort der Polizei gemeldet hatte, seine Fahrt in Richtung Stadtmitte fortsetzte, fiel ihm ein beschädigter VW-Passat auf, der am Fahrbahnrand der Theodor-Heuss-Anlage mit eingeschaltetem Licht abgestellt war. Einen Fahrzeuglenker sah er nicht. Die herbeigerufenen Polizisten entdeckten in dem Wagen lediglich den Führerschein eines 61-Jährigen.

Noch während der Unfallaufnahme meldeten sich im Revier Oststadt zwei Zeugen, denen auf einem Weg der Kleingartenanlage entlang der B 37 ein Autofahrer aufgefallen war. Dieser sei mit einem beschädigten VW unterwegs gewesen, habe neben ihnen angehalten, sei ausgestiegen und habe ihnen anlasslos ein Autoradio in die Hände gedrückt. Anschließend sei er wortlos wieder in den Wagen gestiegen und davongefahren. Zudem gaben sie an, auf besagtem Weg einen großen Stein entdeckt zu haben, der offenbar durch einen Aufprall versetzt worden war. Wie die Polizei ermittelte, soll der verdächtige 61-Jährige auch für einen weiteren Schaden an einem geparkten Auto im Lochgärtenweg verantwortlich sein.

Rund zwei Stunden später ging erneut ein Anruf bei der Polizei ein. Gemeldet wurde diesmal eine Person, die am Eingang des Maimarktgeländes aus einem Taxi ausgestiegen war und anschließend, ohne die Fahrt bezahlt zu haben, auf das Maimarktgelände eindringen wollte. Als die Beamten vor Ort eintrafen, stellten sie fest, dass sich der Mann beim Übersteigen des Zaunes an der Hand verletzt hatte. Es handelte sich offenbar um den Besitzer des im abgestellten Auto hinterlassenen Führerscheins. Der 61-Jährige leistete bei der Festnahme Widerstand und schlug nach den Polizisten. Dennoch gelang es den Beamten, den Mann auf die Wache zu bringen, wo ihm eine Blutprobe entnommen wurde. Im Zuge weiterer Ermittlungen sei, so heißt es in der Mitteilung, bekanntgeworden, dass der 61-Jährige bereits am Dienstag in Sinsheim aufgefallen war. Hier habe er im Bereich Ittlingen bei „einer rasanten Fahrt mit über 100 Stundenkilometern“ in Richtung Sinsheim „andere Verkehrsteilnehmer genötigt und in gefährlicher Weise überholt“. Schließlich habe er auf dem Gelände eines Autohauses in der Heilbronner Straße gehalten. Dort soll er einen Firmenmitarbeiter, der ihn zur Rede stellte, zu Boden gestoßen haben, so dass sich dieser leicht verletzte.

Gegen den 61-Jährigen wird nun wegen Straßenverkehrsgefährdung, Unfallflucht, Widerstands gegen Polizeibeamten, Nötigung, Körperverletzung und Hausfriedensbruch ermittelt. pol/abo