Mannheim

Geburtstag Kommunalpolitiker

Achim Weizel wird 80 Jahre - Visionen sind keine Frage des Alters

Archivartikel

Ein großes Fest mit Freunden und Weggefährten – aufgrund von Corona keine Option. „Wir feiern im Familienkreis bei unserer Tochter in München“, verrät Achim Weizel. Der Kommunalpolitiker mit Kompetenz für Kultur und Klinikchef-Karriere wird am heutigen 2. Oktober 80 Jahre alt und hält es mit Goethe: „Auch das hohe Alter hat seine Blüte.“

Im Gespräch betont der promovierte und habilitierte Facharzt für Innere Medizin, dass er nach wie vor beim Mitgestalten seiner Wahl-Heimat aufblüht. „Wieso soll jemand mit 80 keine Visionen mehr haben?“, fragt der Fraktionschef der Mannheimer Liste (ML). Der kommunalpolitische Späteinsteiger holte bei drei Gemeinderatswahlen die meisten Stimmen für die ML. Sein politisches Credo einer kritischen Opposition ohne auf Krawall gebürstete Konfrontation hat sich bewährt. „Unbeirrt, aber nicht unbelehrbar“, umriss Weizel vor einem Jahr die Marschrichtung der Freien Wähler.

Der Mediziner, der vier Jahrzehnte an der Behandlungsfront gewirkt und als ärztlicher Klinikdirektor bis 2005 an dem mit dem „Lanz“ fusionierten „Diakonissen“ auch Managementaufgaben übernommen hat, will als Stadtrat das defizitäre Mannheimer Uni-Klinikum in eine sichere Zukunft begleiten. Außerdem liegt ihm die Nationaltheater-Sanierung am Herzen. Er besucht jede Schauspielpremiere und engagiert sich seit 1994 als Vorsitzender der „Freunde und Förderer des Nationaltheaters“.

Den gebürtigen Hamburger, der in Schwaben aufgewachsen ist, adelt, dass er zu jenem dreiköpfigen Gremium gehört, das entscheidet, wer den Bloomaulorden bekommt – eine Ur-Mannheimer Angelegenheit! Bei seinen Aktivitäten sollten der Rotary Club Mannheim und die Räuberhöhle erwähnt werden.

Hochkarätige Auszeichnung

Nimmt Weizel den Geburtstag zum Anlass, kürzer zu treten? „Bestimmt nicht in der Kommunalpolitik! Aber vielleicht in anderen Gremien.“ Bei der Fortbildungsakademie der Bezirksärztekammer Nordbaden habe er nach 38 Jahren das Amt des Stellvertretenden Vorsitzenden abgegeben. Weizel bekommt für seinen unermüdlichen Einsatz, medizinisches Wissen regelmäßig aufzufrischen, im November mit der Ernst-von-Bergmann-Plakette eine hochkarätige Auszeichnung.

Zum runden Geburtstag wünscht sich Weizel, „dass ich bald wieder mit meiner Frau Golf spielen kann!“ Denn daran hindert ihn bislang sein operiertes Knie. Ehefrau Heide Weizel betreut als Betriebsärztin drei Firmen der Region. „Und unsere drei Kinder haben alle irgendwie mit Medizin zu tun“, erzählt Achim Weizel. Zur Familie gehören inzwischen fünf Enkel – „da bleibt das Leben spannend“. (Bild: Thomas Rittelmann)

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