Mannheim

Lungenentzündung Stadt berät Eltern der Brüder-Grimm-Schule

Acht Drittklässler infiziert

Archivartikel

In einer dritten Klasse der Brüder-Grimm-Schule in Feudenheim sind acht Schüler an einer Lungenentzündung erkrankt.

Die Schulleitung schaltete das Gesundheitsamt ein, als die Krankheitsfälle Anfang November – in der Woche nach den Herbstferien – bekanntwurden. Dieses klärte gemeinsam mit der Schule das Infektionsrisiko vor Ort und untersucht derzeit die genauen Ursachen der Häufung von Fällen.

Schüler anderer Klassen seien nicht gefährdet. In einem Elternbrief gibt Schulleiter Ulrich Lutz Entwarnung: Nach „umfangreicher Recherche“ gehe man „mit großer Sicherheit“ davon aus, dass für diese kein erhöhtes Infektionsrisiko bestünde. Gleichzeitig werden die Eltern gebeten, die Schule bei weiteren Fällen von Lungenentzündung in Kenntnis zu setzen.

Erhöhte Hygienemaßnahmen

In der betroffenen dritten Klasse findet der Unterricht weiterhin statt. Eine Mitarbeiterin des Gesundheitsamts informierte Eltern der Klasse in einem Vortrag über Präventionsmaßnahmen und verteilte Handzettel. So sollten die Kinder beim Niesen und Husten die Ellenbeuge vor das Gesicht halten und sich regelmäßig gründlich die Hände waschen.

Laut Gesundheitsamt Mannheim handelt es sich bei den Krankheitsfällen um eine atypische Form der Lungenentzündung, die durch sogenannte Mykoplasmen-Bakterien verursacht wird. Sie mache zehn bis 20 Prozent aller Fälle aus und werde durch Tröpfchen- oder Schmierinfektion übertragen. Die Symptome einer durch Makoplasmen ausgelösten Lungenentzündung seien schwächer als bei den klassischen bakteriellen Formen, gleichzeitig sei ihr Krankheitsverlauf langwieriger – eine Dauer von drei bis vier Wochen sei keine Seltenheit, teilte Beate Klehr-Merkl, die Sprecherin des städtischen Bildungs- und Gesundheitsdezernats mit.

Das Gesundheitsamt untersucht derzeit die genaueren Ursachen der Krankheitshäufung. Es sei plausibel, dass sich die Kinder in dem engen Raum der Klasse untereinander angesteckt hätten. Zusätzlich besprechen Schule und Gesundheitsamt gemeinsam mögliche andere Szenerien, etwa, ob die Klasse in den letzten Wochen Orte aufgesucht habe, in denen sie mit dem Erreger in Kontakt gekommen sein könnte. Von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit können bis zu vier Wochen vergehen.

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