Mannheim

Reaktionen Von der autofreien Innenstadt bis zur Straßensanierung – Fraktionen zum Verkehr

Acht Millionen Euro gegen Schlaglöcher

Mannheim.Welche Schwerpunkte wollen Sie bei den Etatberatungen beim Thema Verkehr setzen? Das haben wir die Fraktionen und Gruppierungen im Gemeinderat gefragt.

Grüne

„Wir wollen deutlich mehr in Fuß- und Radverkehr investieren. Dazu braucht es mehr personelle Ressourcen in der Verwaltung und ein deutlich höheres Budget für die Infrastruktur“, sagt Vize-Fraktionschef Gerhard Fontagnier, ohne allerdings konkrete Summen zu nennen. Die Grünen wollen die Zentren der Stadtteile verkehrsberuhigen und die Innenstadt bis 2030 autofrei bekommen. Das Parken am Straßenrand soll teurer werden.

SPD

Weniger Durchgangsverkehr in der Innenstadt und auch weniger oberirdischen Parkraum für Autos – das verlangt auch die SPD, wie Stadträtin Isabel Cademartori betont. Außerdem wollen die Sozialdemokraten den öffentlichen Nahverkehr attraktiver machen und eine 365-Euro-Jahreskarte für Kinder und Jugendliche einführen. Radwege sollten ebenfalls schneller ausgebaut werden, sagt Cademartori – ebenfalls ohne konkrete Beträge zu nennen.

CDU

Der Verkehrskollaps durch die Sperrung der Hochstraße Süd zeige, „wie falsch die Entscheidung von Rot-Grün gegen eine weitere Rheinquerung war“, sagt Fraktionschef Claudius Kranz. Mit Blick auf die Mannheimer Innenstadt wollen die Christdemokraten die Ausweitung der Fußgängerzone – und fordern Planungsmittel dafür. Statt des „sinnlosen Millionenprojekts“ eines Radwegs in der Augustaanlage will die CDU lieber schnell die parallel verlaufende Richard-Wagner-Straße zur Radstraße umwidmen.

Mannheimer Liste (ML)

Acht Millionen Euro jährlich in 2020 und 2021 für die Sanierung maroder Straßen – dafür will sich die ML laut Fraktionschef Achim Weizel starkmachen. Im Haushaltsentwurf seien dafür lediglich zwei Millionen Euro jährlich vorgesehen, so Weizel. Für die Radweg-Sanierung will die ML 1,5 Millionen Euro pro Jahr bereitstellen.

LI.PAR.Tie

Für die Zeit nach dem Abriss der Hochstraße Süd müsse der öffentliche Personennahverkehr „bis an die oberste mit der vorhandenen Infrastruktur machbare Frequenz verstärkt werden“, sagt Fraktionschef Thomas Trüper. Beim Neubau der BBC-Brücke hält es LI.PAR.Tie für wichtig, einen Knoten zwischen S- und Stadtbahn zu schaffen.

AfD

„Wir unterstützten alle Maßnahmen, die zur Verbesserung des Radfahrer- und Fußgängerverkehrs beitragen, und solche, die öffentliche Verkehrsmittel attraktiver und sicherer machen“, sagt Fraktionschef Bernd Siegholt. „Wir lehnen aber eine ideologisch motivierte, autofeindliche Verkehrspolitik ab.“ Mittelfristig müsse der Bau einer weiteren Rheinquerung sowie der Westtangente als Innenstadt-Umfahrung erfolgen.

FDP

Die Liberalen fordern zwei Millionen Euro mehr für den Straßenunterhalt, vor allem auch in den Stadtteilen, wie Stadtrat Volker Beisel betont. Die Westtangente müsse außerdem „endlich weiter geplant werden“. Die neuen Radspuren auf der Augustaanlage hält er zeitgleich zum Umbau der parallelen Richard-Wagner-Straße für wenig sinnvoll.

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