Mannheim

Lungenentzündung Appell an Eltern erkrankter Kinder

Acht weitere Fälle an Grundschule

Archivartikel

Die Zahl der Lungenentzündungen an der Brüder-Grimm-Schule in Feudenheim nimmt zu: Diese Woche sind dem Gesundheitsamt acht neue Fälle gemeldet worden, wie die Stadtverwaltung am Freitag mitteilte. Die Diagnose wurde an der Schule seit Anfang November damit insgesamt 16 Mal gemeldet. Während die ersten Infektionen alle dieselbe dritte Klasse betreffen, verteilen sich die Neuerkrankungen auf unterschiedliche Klassen. Unter den nun insgesamt 17 bekannten Fällen – ein weiterer an der Bertha-Hirsch-Schule in Käfertal – konnten in zehn Mykoplasmen als Erreger festgestellt werden. Sie stehen für eine seltene Form der Lungenentzündung, deren Symptome zwar schwächer ausgeprägt sind, aber länger andauern.

Das Gesundheitsamt berät neben der Brüder-Grimm-Schule die Bertha-Hirsch-Schule und die Wallstadtschule. Ein Teil der Kinder dieser Schulen war in den Herbstferien in einer gemeinsamen Hortbetreuung. Da die Ansteckungsfähigkeit bei Mykoplasmen bis zu vier Wochen betragen kann, sind laut Stadt weitere Ansteckungen nicht auszuschließen. In einem erneuten Elternbrief der Brüder-Grimm-Schule von Montag, 11. November, appellierte Schulleiter Ulrich Lutz, „kranke Kinder (z.B. mit starkem Husten oder Fieber) nicht in die Schule zu schicken“ Eine Wiederzulassung zum Unterricht nach starkem Husten könne nur erfolgen, wenn der Husten abgeklungen sei. Bei einer diagnostizierten Lungenentzündung sei ein ärztliches Attest erforderlich, bevor das Kind wieder am Unterricht teilnehmen könne.

Dr. Marcel Ohlig, Kinder- und Jugendarzt in Mannheim, teilte dieser Zeitung mit, dass „Infektfrei-Atteste“ von hier ansässigen Kinderärzten nicht ausgestellt würden – lediglich ein Nachweis über eine abgeschlossene antibiotische Behandlung. Vier Tage nach Abschluss der Behandlung seien die Keime deutlich reduziert und das Kind wieder schulfähig – dies gelte nicht für die wenigen schweren Verläufe.

Zur Zeit kommen in Ohligs Praxis die meisten Patienten aufgrund von unproblematischen viralen Atemwegsinfekten. Ohne klinischen Hinweis, etwa wenn ein Kind nur „hüstelt“, seien Tests auf Mykoplasmen nicht angebracht, erklärte er. Bei hustenden Patienten ohne weitere Auffälligkeiten, die aus einer der betroffenen Grundschulen kämen, empfiehlt Ohlig, nach der ärztlichen Untersuchung das Kind einige Tage zur Beobachtung zuhause zu lassen, die Temperatur zu kontrollieren und bei Verschlechterung eine erneute ärztliche Kontrolle durchzuführen. Insbesondere das Auftreten von angestrengtem Atmen, schlechtem Allgemeinzustand, starkem Husten und Fieber mache einen weiteren Arztbesuch nötig. apt

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