Mannheim

Gesundheit Beratungsstelle Kosi.ma bietet zweite Sprechstunde an / Nachfrage ungebrochen hoch

Aids-Hilfe ausgeweitet

Aids-Tests und Hilfe im Fall sexuell übertragbarer Infektionskrankheiten sind so stark nachgefragt, dass die Beratungsstelle Kosi.ma jetzt ihre „Checkpoint“ genannte Sprechstunde verdoppelt hat. Statt einen Beratungsabend im Monat bieten die Schwerpunktärzte und die ehrenamtlichen Helfer nun zwei an. Das für die Betroffenen kostenlose Angebot von Kosi.ma (Kompetenzzentrum zu sexuell übertragbaren Infektionen in Mannheim): Man kann sich auf sämtliche Infektionskrankheiten testen und jeweils beraten lassen.

Auch nach der Ausweitung des „Checkpoint“ ist der Andrang größer als die Kapazitäten. „Allein in Mannheim sind 49 Menschen im Jahr 2016 am HI-Virus erkrankt“, beschreibt der Sozialarbeiter Marc Fischer die Situation. Im Vergleich zu den Jahren davor seien es deutlich mehr geworden. Im Moment wird die Zahl der Infizierten in ganz Deutschland auf zwischen 80 000 und 90 000 geschätzt.

Es kommen, laut der Einrichtung, Menschen aus allen sozialen Schichten und Nationalitäten in die Beratung. Besonders infektionsgefährdet seien Schwule, Prostituierte und auch Drogenabhängige, die sich ihre Drogen spritzen. „Wir haben auch einen Blick für viele weitere Infektionen, wie zum Beispiel Chlamydien oder Syphilis“, erzählt der Leiter des Kompetenzzentrums Ulli Biechele. Generell bestehe das Konzept von Kosi.ma aus drei Grundbausteinen: Beratung, Prävention und Therapie. Die Stelle steht mit zwei Schwerpunktärzten in engerem Kontakt.

Die nötige Unterstützung bekommt die Organisation sowohl vom Land Baden-Württemberg als auch von der Stadt Mannheim. Der Bundestagsabgeordnete Gerhard Schick (Grüne) findet: „Ganz entscheidend ist der kostenlose Zugang.“ Weitere Unterstützung gibt es jetzt auch von der Versicherungs-Makler-Genossenschaft eG (VEMA). „Wir freuen uns, dass wir Kosi.ma mit unserer Spende im Wert von 5000 Euro unterstützen können“, so der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Andreas Brunner.

„Mit der Ausweitung unseres Programmes sind wir natürlich ein Risiko eingegangen, deshalb sind wir froh, diese Unterstützung zu bekommen“, sagt Kosi.ma-Leiter Ulli Biechele. lob