Mannheim

Artistik Absolventenshow der Berliner Zirkusschule gastierte im Paletti-Zelt

Akrobatik, Kraft und Können

Archivartikel

„Ich war schon vor einem Monat auf der Show in Karlsruhe“, erzählt eine völlig begeisterte Besucherin in der Pause der Absolventenshow der staatlichen Artistenschule Berlin: „Aber ich wollte das noch einmal sehen.“ Samstagabend gastierte die Absolventenshow im Zirkus Paletti in Mannheim und begeisterte dort das Publikum. Dass das Zirkuszelt bis auf den letzten Platz ausverkauft war, ist schon der erste Applaus für die jungen Künstler.

Nach den letzten Programmen „Initial“, „On the Road“ und „Zoophobia“ heißt das Programm 2019 „Spin!“ „Krafttraining, Körperbeherrschung und Akrobatik haben wir gelernt“, so fasst der junge Artist Johann die letzten drei Jahre an der Artistenschule in Berlin zusammen. „Wir haben unser Hobby zum Beruf gemacht“, erzählt Jannis über seinen Werdegang. Es war die Faszination Zirkus, die ihn zunächst zum Kinderzirkus führte. Und von dort ging es für ihn und seinen Partner Adrian an die Artistenschule nach Berlin. Als „Duo One Line“ machten sie ihren Abschluss und begeistern mit Diabolo-Jonglage das Publikum.

Auch Jenny verzaubert das Publikum mit ihrem Lächeln, allerdings mit einem kraftvollen und akrobatischen Auftritt im Luftring hoch oben im Himmel des Zirkuszelts. Ohne Sicherung schwebt sie wie schwerelos durch ihren Luftring, hält sich mal nur mit den Füßen oder nur mit den Armen fest. Und sie lächelt stets dabei: So, als wäre das alles eine leichte Übung für sie. „Das macht mir einfach unglaublichen Spaß“, erklärt sie im Anschluss an die Vorstellung ihr Lächeln während ihres Auftritts, mit einem Lächeln übrigens.

Mehr als nur die fünf olympischen Ringe verwendet Andreas bei seiner Ring-Jonglage. Mehr und mehr Ringe zaubert er unter seinem Stuhl hervor und wirft sie nicht nur in die Luft, sonder auch auf den Boden als Bestandteil seiner Show. Mit den vom Boden und aus der Luft ihm entgegenfliegenden Ringen führt er dann noch Kunststücke auf. Veronika im Vertikaltuch oder Vadim im Hula-Hoop begeisterten ebenfalls lächelnd ihr Publikum.

Es war eine Vorstellung voller Akrobatik, Kraft und Können, aber auch unerwarteter Momente und Augenblicke voller Ironie und Leichtigkeit. Es war eine völlig unerwartete und andere Zirkusvorstellung, ein neuer Zirkus, der ohne Clown auskommt und dennoch mit viel Witz im richtigen Moment das Publikum von den Stühlen reißt. Als jeder mit der Ankündigung zur Pause rechnete, kam Gag und das Publikum lag lachend am Boden. Die Artisten sind auch Musiker, Cello, Schlagzeug und Gitarre gehörten ebenfalls zum Programm. Wobei, wie Johann im Anschluss erklärte, war dies nicht Bestandteil der Ausbildung: „Das können wir auch so.“

Die Abschlusstour ist auch eine Werbetour, denn die Artisten suchen nun eine Anstellung. Wie es mit Jenny weitergeht, weiß sie noch nicht: „Ich habe noch nichts gefunden“, berichtet sie. Und sie lächelt dabei wieder., als wäre auch das mit Leichtigkeit zu lösen.

Info: Bilderstrecke unter morgenweb.de/mannheim

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