Mannheim

Islamverband Beschäftigungsverhältnis in der Kölner Ditib-Zentrale ab sofort beendet

Albogas zweites Scheitern

Archivartikel

Köln/Mannheim.Erst wollte sich der frühere Mannheimer Bekir Alboga (Bild) als Kandidat der türkischen Regierungspartei AKP für die Parlamentswahl am 24. Juni aufstellen lassen. Doch er fiel – wie berichtet – vor wenigen Tagen durch. Nachdem sich für Alboga der Wunsch von einer politischen Karriere zerschlagen hat, gibt es für ihn auch beim türkischen Islamverband Ditib in Köln keine berufliche Zukunft mehr. Gestern teilte die Ditib in einer kurzen Pressemitteilung „die sofortige Beendigung des Beschäftigungsverhältnisses“ mit. Diese sei „auf arbeitgeberseitige Veranlassung einvernehmlich“ erfolgt.

Der langjährige Ditib-Funktionär war zuletzt in der Zentrale für soziale Dienste zuständig. Im Dezember 2017 fiel Alboga bei der Wiederwahl in den Vorstand durch. Nach seiner angekündigten Kandidatur für die AKP, deren Parteichef Präsident Recep Tayyip Erdogan ist, hatte Alboga seine Ämter bei der Ditib ruhen lassen.

Der Verband begründete die Trennung damit, dass Albogas Kandidatur für „eine politische Partei in der Türkei“ unvereinbar mit seinen Aufgaben im Verband sei. Dass diese erfolglos war, spielte dabei offensichtlich keine Rolle mehr. Der „Kölner Stadt-Anzeiger“ hatte damals eine Ditib-Vorstandssprecherin mit den Worten zitiert, bei Albogas Kandidatur habe es sich um eine persönliche Entscheidung ohne Bezug zum Verband gehandelt. Die Ditib bezeichnet sich selbst als politisch neutrale Organisation, Kritiker werfen ihr allerdings vor, aus Ankara gesteuert zu werden. Die Ditib gilt als größter islamischer Verband in Deutschland mit mehr als 900 Vereinen.

Alboga hatte auf seine gescheiterten Politiker-Pläne überrascht reagiert und auf Anfrage dieser Zeitung keine Angaben über seinen weiteren Weg bei der Ditib gemacht. Er wisse nicht, woran es gelegen habe und brauche nun Zeit, sich zu sortieren, sagte er. (Bild: dpa)