Mannheim

Fasnacht „Löwenjäger“ kommen gut durch Corona-Krise / Vorsitzender und Präsident im Amt bestätigt

Alle Einnahmen weggebrochen

Archivartikel

„Es bricht mir fast das Fasnachtsherz“, seufzte Bernd Nauwartat – aber er konnte keinen einzigen Termin ankündigen. Ohne den üblichen Ausblick auf die nächste Kampagne musste der Vorsitzende der Käfertaler „Löwenjäger“ die Jahreshauptversammlung beenden. Mit ihm an der Spitze und einem nahezu unveränderten Vorstandsteam ist Mannheims zweitgrößter Karnevalsverein aber optimistisch, die Corona-Krise gut zu überstehen.

„Wir haben in den letzten Jahren sehr gut gewirtschaftet und gespart, so dass uns die Pandemie noch nicht vor finanzielle Probleme stellt“, erklärte Nauwartat im Kulturhaus, wo – wegen der dort möglichen größeren Abstände – erstmals die Hauptversammlung stattfand. Zuvor hatte er eine sehr positive Bilanz der Kampagne 2019/20 gezogen, die unter dem Motto „60 Jahre Löwenjäger“ stand. Auch Stadtfest und Spargelfest seien 2019 sehr gut gelaufen, weshalb der Bericht von Schatzmeister Manfred Rudolph einen Gewinn von 3500 Euro auswies. Doch im laufenden Jahr sind „alle Einnahmen weggebrochen, Spenden verständlicherweise weniger als sonst“, so Nauwartat.

Keine Mini-Kampagne

Die Corona-Pandemie habe „alles lahmgelegt“. Durch Video-Vorstandssitzungen, Video-Gardetraining, dann bei gutem Wetter Training auf dem Vereinsgelände des SSV Vogelstang sowie Grillfeste in kleinen Gruppen im Hof des Löwenjägerhauses sei es aber gelungen, das Vereinsleben aufrechtzuerhalten. Damit hätten die „Löwenjäger“ bewiesen, „dass alle zusammenhalten, offen für Neues sind und an einem Strang ziehen – besonders in so einer noch nie da gewesenen Zeit“.

Eine Fasnachtskampagne 2020/2021 werde es aber nicht geben. „Es ist wirtschaftlich, aber vor allem gesundheitlich nicht zu verantworten, eine Fasnachtsveranstaltung durchzuführen“, bekräftigte der Vorsitzende. „Alle Überlegungen, manche Veranstaltungen in abgeänderter Form doch durchzuführen, wurden nach langen Debatten und Überlegungen wieder verworfen“, denn das wäre „nicht konsequent und nicht verantwortungsvoll“, so Nauwartat.

Der Leiter des Joseph-Bauer-Hauses der Caritas, auch bekannt als Musicalsänger vom Capitol, ist seit 2016 Vorsitzender des gut 500 Mitglieder zählenden Vereins. Er wurde jetzt ebenso einstimmig im Amt bestätigt wie Präsident und Gardeminister Thomas Hambsch, der stellvertretende Vorsitzende Verwaltung Roger Dörsam sowie der Leiter Bewirtschaftung Marcus Schulze. Zum Stellvertretenden Vorsitzenden Organisation rückte Bernhard Schweter auf, bisher zuständig für das Löwenjägerhaus. Er folgte auf Nikolaus Satter, der nicht mehr kandidierte.

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