Mannheim

Geburtstag Ehemaliger Bürgermeister Eckhard Südmersen wird 85 Jahre alt / Grundstein für Rosengarten-Erfolg gelegt

Als Fachmann viel bewegt

Archivartikel

Er hat noch viel Freude an Fußball im Fernsehen, den Begegnungen mit seinen drei Kindern und vier Enkeln. Aber aus der Öffentlichkeit hat sich Eckhard Südmersen komplett zurückgezogen. Daher gibt es auch keine große Feier, wenn der frühere CDU-Fraktionsvorsitzende und Bürgermeister heute seinen 85. Geburtstag feiert. Da sitzt der gebürtige Westfale dann doch lieber mit seinem Pfeifchen im Sessel.

Wenn auch im Norden geboren, hat ein sehr berühmter Kurpfälzer ihn doch geprägt und Südmersens Lebensweg bestimmt: Helmut Kohl. Der engagierte 1960 den kurz zuvor in die Kurpfalz gekommenen Wirtschaftsprüfer als Berater der CDU, deren rheinland-pfälzischer Landesvorsitzender er damals war, in Finanz- und Wirtschaftsfragen. Dass daraus eine politische Karriere würde, dachte niemand – und 1972 ging eine erste Kandidatur für den Kreisvorstand der Mannheimer CDU auch schief. Aber Südmersen bewies langen Atem, und jemand mit seinen Kenntnissen war gefragt.

1974 wurde er zum Schatzmeister der Mannheimer CDU gewählt. Er kam in den Bezirksbeirat Innenstadt, wurde 1975 Stadtrat. 1984, nach der langen Ära von Roland Hartung und dem kurzen Zwischenspiel von Robert Dussel, übernahm Südmersen 1984 den Fraktionsvorsitz.

Ruhig und besonnen

Längst Prokurist der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Schweickert Treuhand, hatte er eigentlich nicht vor, Berufspolitiker zu werden. Stets war er auch eher ein ruhiger und besonnener Fachmann, kein großer, lautstarker Kämpfer. Dennoch entschloss sich Südmersen zum Wechsel ins Rathaus als Nachfolger von Hans Syren. Bei seiner Wahl im Gemeinderat im Sommer 1988 kam es zu einem Formfehler, der ihm aber nicht schadete – im Gegenteil: Im zweiten Anlauf erhielt er noch mehr Stimmen, und 1996 wurde er bestätigt bis zum Ruhestand 2000.

Als Dezernent für Organisation, Personal-, Rechts- und Ordnungswesen bewegte er viel im Rathaus. Das begann bei der Umorganisation des Hauptamtes und dem Umzug des Stadtarchivs ins Collini-Center über die Zusammenfassung von Standesamt und Gemeindesekretariaten zu modernen Bürgerdiensten bis zum neuen Fachbereich „Sicherheit und Ordnung“. Nicht beliebt machte er sich, als er Personalkostneinsparungen durchsetzen musste. Auch die Modernisierung des Flugplatzes in Neuostheim zum „City Airport“ mit modernem Tower und Terminal lag ihm am Herzen.

Mit der Herauslösung des Rosengartens, vorher eher verschnarchte Abteilung eines Amtes, aus dem Rathaus und Gründung der Mannheimer Kongress- und Touristik-GmbH legte Südmersen den Grundstein zum heutigen Erfolg des Kongresszentrums.

Als Geschäftsführer der Stadt Mannheim Beteiligungsgesellschaft (SMB), die er – mit all seinem Wissen als Wirtschaftsprüfer – als steuersparende Holding für mehrere städtische Töchter gründete, sowie des Flugplatzes blieb Südmersen noch einige Jahre aktiv. Auch die CDU Rheinland-Pfalz durfte bei ihren Rechenschaftsberichten weiter auf ihn zählen – wie einst unter Kohl.

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