Mannheim

Tarifstreit Gewerkschaft Verdi ruft zu großem Warnstreik auf

Am Freitag weder Busse noch Bahnen

Der Freitag wird viele Einschränkungen mit sich bringen. In Mannheim, Heidelberg und Ludwigshafen fahren keine Busse und Stadtbahnen, in Mannheim bleiben außerdem alle städtischen Kitas geschlossen, und auch im Klinikum ist mit Einschränkungen zu rechnen.

Die Gewerkschaft Verdi hat für diesen Tag zum Warnstreik mit Kundgebung auf dem Alten Meßplatz aufgerufen, vor der nächsten Tarif-Verhandlungsrunde mit den Arbeitgebern am 22. Oktober will man den Druck erhöhen. Die Kernforderungen für den Öffentlichen Dienst: 4,8 Prozent, mindestens aber 150 Euro mehr Lohn und eine Erhöhung der Ausbildungsvergütungen um pauschal 100 Euro.

Busse und Straßenbahnen werden von Freitagmorgen, 3 Uhr, bis zum Betriebsende in der Nacht zum Samstag „komplett stillstehen“, wie die Rhein-Neckar-Verkehrsgesellschaft (RNV) am Mittwoch erklärte. Auch Schülerbeförderungen, die die RNV im städtischen Auftrag übernehme, seien betroffen. Erst ab dem frühen Samstagmorgen soll der Bus- und Bahnverkehr „voraussichtlich wieder regulär laufen“.

Das Rathaus hatte zuvor mitgeteilt, dass wegen des Warnstreiks am Freitag alle städtischen Kitas in Mannheim geschlossen bleiben. Eine Notbetreuung gibt es nicht. Auch bei der Schulkind-Betreuung werde es zu Einschränkungen kommen, genauso wie in anderen Bereichen der Verwaltung. Der Stadtelternbeirat hat für den Streik Verständnis, auch wenn der Zeitpunkt schwierig sei. Es sei im Interesse der Eltern, dass der Erzieherberuf für junge Menschen attraktiver werde und Erzieher sich anerkannt fühlten, sagte Sprecherin Luisa Walter.

Betroffen ist auch das Klinikum – hier streiken unter anderem Pflegekräfte nicht nur am Freitag, sondern auch am Montag. Eine entsprechende Vereinbarung stelle aber die Notfallversorgung und die weitere Behandlung bereits aufgenommener Patienten sicher, so das Krankenhaus. Sprich: Dringliche Operationen, Geburten und Dialysebehandlungen sind von dem Streik nicht betroffen. Ausgenommen sind außerdem die Isolierstationen für Corona-Patienten sowie der Coronavirus-Diagnose-Stützpunkt. Sollten vereinbarte Behandlungstermine wegen des Streiks nicht einzuhalten sein, würden die Patienten „so frühzeitig wie möglich“ informiert“, so das Klinikum.

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