Mannheim

Stadtentwicklung SWR wählt heute Entwurf für sein neues Studio aus / Rathaus sucht Investoren, die auf dem Grundstück Wohnungen und eine Kita errichten

An der Schafweide soll bald gebaut werden

Mannheim.Gegen die Stimmen von Grünen und Freien Wählern brachte der Ausschuss für Umwelt und Technik (AUT) des Gemeinderats am Dienstag die umstrittene Bebauung des Grundstücks Schafweide, Ecke Friedrich-Ebert-Straße (Neckarstadt-Ost), auf den Weg. Hier sollen neben einem neuen Studiogebäude des öffentlich-rechtlichen Südwestrundfunks (SWR) 120 bis 150 Wohnungen sowie eine zweigruppige Kindertagesstätte entstehen.

Erstmals setzt die Stadt dabei in einer sogenannten Konzeptvergabe interessierten Investoren klare Vorgaben, wie viel preiswerter Wohnraum an dem zentral gelegenen Grundstück angeboten werden muss: 30 Prozent der Appartements sollen später „bezahlbar“ sein. „Wir haben die Erfahrung, dass es dafür durchaus einen Markt gibt“, verteidigten Baubürgermeister Lothar Quast und Stadtrat Reinhold Götz (SPD) das Vorgehen gegen Kritik.

Am Ende stimmten außer den Freien Wählern und den Grünen alle AUT-Mitglieder dem Vorgehen zu, wonach das städtische Grundstück nicht zwangsläufig zum Höchstgebot, sondern nach der Qualität des vom Investor vorgelegten Gesamtkonzepts verkauft werden soll, wie Klaus Elliger vom Rathaus-Fachbereich Städtebau erläuterte. Grüne und Freie Wähler begründeten ihre Ablehnung mit ökologischen Argumenten, die Freien Wähler halten zudem den Standort für das SWR-Funkhaus für nicht geeignet. Im Bezirksbeirat Neckarstadt-Ost hatte sich in der Woche zuvor bei der Abstimmung über das Thema ein Patt ergeben.

Die Rundfunkanstalt, so teilte Bürgermeister Quast mit, hat für ihren Bereich ebenfalls einen Planerwettbewerb ausgeschrieben, bei dem am heutigen Mittwoch das Preisgericht tage.

Beteiligung beim Collini-Verkauf

Auf ähnliche Weise wie das Schafweiden-Grundstück will die Stadt auch den Büroturm des Collini-Centers verkaufen. Wie Silke Ruppenthal vom Bau- und Immobilienmanagement der Verwaltung darlegte, werde die Konzeptvergabe beim noch als Technisches Rathaus genutzten Betonturm aber wesentlich offener als an der Schafweide gehalten. Somit sei auch der Rückbau des maroden Gebäudes möglich – übrigens ohne Gefahr für den benachbarten Wohnturm, der von den Eigentümern der 520 Apartments in gutem baulichen Zustand gehalten wurde.

Vertreter der Wohnungseigentümer, aber auch Bürger sollen bei der Konzeptvergabe beteiligt werden, wie Ruppenthal ankündigte. Auf Fragen nach Richtwert und Flächenzahlen des städtischen Gebäudes wollte sie in öffentlicher Sitzung keine Angaben machen.

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