Mannheim

Angehörige leiden auch

Archivartikel

Es gibt mittlerweile Aktionstage zu derart abseitigen Themen, dass das Ganze bisweilen komische Züge trägt. Aber grundsätzlich sind Aktionstage und Aktionswochen eine sinnvolle und hilfreiche Sache. Sie lenken die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit und auch der Medien auf Menschen, deren Situation im schnellen Alltag bisweilen in Vergessenheit gerät. Und auf Themen, die mehr Beachtung verdienen. Der Kalender weist zum Beispiel für den Februar wichtige Thementage aus wie kürzlich den Weltkrebstag, an diesem Donnerstag den Tag für mehr Sicherheit im Internet oder am Ende des Monats den Welttag der sozialen Gerechtigkeit.

Von Sonntag an gibt es eine bundesweite Aktionswoche, die die Situation von Kindern suchtkranker Eltern aufzeigen will. Dies ist ein Anlass, sich wieder klar zu machen, dass unter einer Sucht nicht nur der Kranke leidet, sondern auch sein Umfeld. Die Frau des spielsüchtigen Mannes, die Eltern der ständig kiffenden Tochter und eben auch die Kinder des trinkenden Vaters oder der trinkenden Mutter. Dabei ist es für Kinder natürlich besonders schwierig, mit dem unberechenbaren Verhalten eines Suchtkranken klarzukommen.

Angehörige brauchen genauso Hilfe wie die Abhängigen selbst. Bei den Beratungsstellen stand in der Vergangenheit oft nur der Süchtige im Mittelpunkt. Inzwischen aber haben sie den Blick geweitet und bieten auch Angebote für Angehörige. Die sollten nicht zögern, sie anzunehmen.

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