Mannheim

Straßenfasnacht Deutlich weniger Besucher

Angriff auf Sanitäter

Archivartikel

Zu einem, so Augenzeugen, „kleinen Tumult“ kam es am Ende der Straßenfasnacht in der Nähe des Wasserturms. Einsatzkräfte des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) waren in ein Schnellrestaurant gerufen worden, weil dort eine Person bewusstlos sei. Dabei handelte es sich, wie sich später herausstellte, um eine 16-Jährige, die wohl unter dem Einfluss von Alkohol und Rauschmitteln stand. Aus ihrem Freundeskreis wurde den Sanitätern vorgeworfen, ihr nicht schnell genug zu helfen. Zudem verlangte ihr Freund, im Rettungswagen mit in die Klinik fahren zu können.

„Das haben wir aufgrund seiner aggressiven Grundstimmung abgelehnt, daraufhin sind wir angegriffen, mit allerlei Schimpfworten bedacht und bedroht worden, dass man uns platt macht“, so Chris Rihm, Einsatzleiter des ASB. Die Besatzung habe die Türen des Rettungswagens von innen verriegeln müssen. Erst als Polizeibeamte eingegriffen hätten, habe man die junge Frau ins Krankenhaus bringen können. Auch in früheren Jahren hatte es an diesem Tag immer mal wieder Gewalt gegen Sanitäter und Polizisten gegeben.

15 Hilfeleistungen

Insgesamt leisteten die Einsatzkräfte des ASB während der Straßenfasnacht 15 Mal Erste Hilfe – deutlich weniger als in vielen Vorjahren. Fünf mal mussten sie Patienten per Rettungswagen ins Krankenhaus bringen. Im Einsatz waren 22 ehrenamtliche Helfer, ein Notarzt, drei Rettungs- und zwei Krankentransportwagen. Chris Rihm übernahm die Einsatzleitung von dem viele Jahre dafür zuständigen Kollegen, weil dieser im vergangenen Jahr bei einer Auseinandersetzung einen Knochenbruch erlitten hatte und den Dienst daher nicht mehr übernehmen wollte.

Von dem Zwischenfall und einigen betrunkenen Personen abgesehen, kam es nach Polizeiangaben zu keinen „nennenswerten Vorkommnissen“, so das Präsidium. Die Besucherzahl lag, wohl auch wegen des regnerischen Wetters am Nachmittag, weit unter den Vorjahren. Einige Stände schlossen früher als sonst.