Mannheim

Landgericht Weitere Zeugen sagen im Raub-Prozess aus

Angriff mit der Flasche unstrittig

Im Prozess um Raub und mehrere Körperverletzungsdelikte, der zurzeit am Landgericht verhandelt wird, sind gestern sechs weitere Zeugen vernommen worden. Sie berichteten, was sie am 26. Mai 2018 auf der Neckarwiese beobachtet hatten. Der angeklagte 20-jährige Ousman B. soll an jenem Abend im Verlauf eines Streits mit einem 21-jährigen Bekannten seinem Kontrahenten eine Flasche auf den Kopf geschlagen haben. Dieser erlitt dadurch eine Wunde an der rechten Stirnseite, die bis zum Schädelknochen reichte und im Krankenhaus versorgt werden musste.

Polizist spricht von Stichwunde

Wie genau es zur Verletzung kam, konnte gestern vor Gericht nicht abschließend geklärt werden. Ein Polizeibeamter sprach von einer Stichwunde: B. soll, so sagte er, eine Flasche zerbrochen und den Flaschenhals gegen den Kopf seines Streitgegners gestoßen haben. Im Attest der Klinik, das der Kammer vorliegt, ist dagegen von einer „Platzwunde“ die Rede. Die Augenzeugen konnten den genauen Tathergang wegen der Dunkelheit nicht konkret beschreiben. Unklar blieb auch, ob der Angriff mit der Flasche während des Streits geschah oder ob sich die Lage zwischenzeitlich beruhigt hatte. Nur die Tatsache, dass B. den Geschädigten mit einer Flasche verletzt hat, blieb unstrittig. Das hatte der Angeklagte am ersten Verhandlungstag auch gestanden.

In der kommenden Woche soll es um einen Raub gehen, der Ousman B. ebenfalls vorgeworfen wird: Im Juni soll B. versucht haben, einem Mann in der Nähe der Alten Feuerwache Kopfhörer und Halskette zu entwenden. Als dieser sich wehrte, soll Ousman B. den Mann mit einem abgebrochenen Flaschenhals angegriffen und an der Schulter verletzt haben. Die Verhandlung wird am Dienstag, 15. Januar, um 9 Uhr fortgesetzt. kako