Mannheim

Kriminalität Entscheidung über Prozess steht noch aus

Angriff vor Hotel: Anklage bei Gericht

Der Angriff vor dem Dorint-Hotel im Sommer 2015, bei dem ein 68-Jähriger niedergeschlagen wurde und später an den Folgen der Verletzungen starb, kann noch immer nicht abgeschlossen werden. Nachdem die Staatsanwaltschaft bereits im Oktober Anklage wegen Körperverletzung mit Todesfolge gegen einen damals 28-Jährigen erhoben hat, liegt der Fall nun weiter am Landgericht.

Ob und wann die Hauptverhandlung gegen den Mannheimer eröffnet wird, stehe noch nicht fest, erklärte Joachim Bock, Pressesprecher des Landgerichts, gestern auf Anfrage dieser Zeitung. Die Anklage liegt beim Schwurgericht, bei dem Tötungsdelikte verhandelt werden. In der Regel sitzen die dort Angeklagten in Untersuchungshaft. Nicht so der Mann, der im Sommer 2015 einem 68-Jährigen nach einem zunächst verbalen Streit mindestens einen Faustschlag verpasst haben soll. Er hatte sich freiwillig bei der Polizei gemeldet, nachdem im Herbst 2016 in der Fernsehsendung „Aktenzeichen XY . . . ungelöst“ nach dem Täter gefahndet worden war. Durch die Ausstrahlung sei er erst auf die schweren Folgen des Vorfalls aufmerksam geworden, habe daraufhin mit seiner Familie gesprochen und sei dann zu dem Entschluss gekommen, sich zu stellen, so beschrieb es die Staatsanwaltschaft, als sie im Oktober Anklage gegen den Mann erhoben hatte. Die Ermittler sahen damals keinen Anlass, Untersuchungshaft anzuordnen.

Genau aus diesem Grund muss der Mannheimer nun weiter auf eine Entscheidung warten, denn Haftsachen werden vorrangig behandelt, das Gericht sollte dann möglichst nach sechs Monaten die Hauptverhandlung eröffnen. Heißt: Andere Fälle mit Angeklagten in Untersuchungshaft haben Vorrang. Eine Einschätzung, wann es zu einer Entscheidung kommen wird, könne er nicht abgeben, sagte Bock. abo