Mannheim

Friedrichsplatz (II) Anwohner, Gewerbetreibende und Kunsthalle bitten Stadt um mehr Schutz für den Schmuckplatz

Appell gegen Planschen und Picknick

Archivartikel

Ein neu gegründetes „Aktionsbündnis Friedrichsplatz“ hat an die Stadt appelliert, mehr für den Schutz der denkmalgeschützten Grünanlage vor Vandalismus zu tun. „Wir möchten erreichen, dass mit diesem einzigartigen Platzensemble pfleglich umgegangen wird“, heißt es in dem Offenen Brief an die Bürgermeister Felicitas Kubala (Grünflächen) und Christian Specht (Sicherheit).

In den vergangenen Jahren habe sich der Schmuckplatz, besonders im Sommer, „zur vielseitig genutzten Freizeitanlage entwickelt“. Das reiche von Sonnenbaden, Fußballspielen, Radfahren auf den Rasenanlagen, Picknick von großen Personengruppen, Planschen in den Becken bis zu Grillpartys in der Dunkelheit, obwohl es „klare und eindeutige Regelungen“ dagegen in der Polizeiverordnung gebe. Eine entsprechende Fotodokumentation fügten die Unterzeichner bei. „Diese Erscheinungen führen nicht nur bei den unmittelbaren Anwohnern zu Unverständnis und Irritationen, sondern werden auch von Tagungsbesuchern und Touristen höchst verwundert wahrgenommen.“ Zwar wolle man „weder Personen noch Bevölkerungsgruppen ausgrenzen“, doch verweisen die Unterzeichner darauf, dass mit dem Unteren Luisenpark eine „weitläufige und jederzeit zugängliche Freizeitanlage“ nur 400 Meter entfernt liege. Der Friedrichsplatz indes sei „das wichtigste urbane Platzensemble in Mannheim und strahlt weit darüber hinaus“.

Stadt bietet Gespräch an

Zudem habe allein der Verein Stadtbild zur Restaurierung 500 000 Euro an Bürgerspenden aufgebracht. Unterzeichner des Briefs sind die Vorsitzenden Harald Steiger vom Friedrichsplatz-Verein, in dem Anwohner und Gastronomen sich organisiert haben, Helen Heberer vom Verein Stadtbild, Lutz Pauels von der Werbegemeinschaft City, Wolfgang Ockert vom Bürger- und Gewerbeverein östliche Innenstadt, Wolffried Wenneis vom Netzwerk Kapuzinerplanken sowie für die Kunsthalle Direktorin Ulrike Lorenz und Stiftungs-Chef Manfred Fuchs. „Das ist ein Kleinod der Stadt und muss mehr geschützt werden – auch, aber nicht nur als gutes Umfeld der neuen Kunsthalle“, bekräftigte Fuchs, der Mannheimer Ehrenbürger ist, auf Anfrage seine Unterschrift. Auch Lorenz hat den Appell an die beiden Bürgermeister bewusst mit unterzeichnet: „Das Anliegen der Anwohner ist unser Anliegen – wir brauchen ein schönes Flair vor dem Haus!“

Die beiden Bürgermeister finden trotz der Fotos „die unhaltbaren Zustände so nicht erkennbar“, schreiben sie in einer knappen Antwort. „Das verwundert und verärgert mich schon“, so Steiger. Er setzt nun auf das Gespräch vor Ort, das die Stadt den Absendern angeboten hat. pwr

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