Mannheim

Musik Dominik Münch meldet sich mit seinem neuen Lied „Letzter Brief“ zurück / Auseinandersetzung mit dem Tod des Sohnes

Arbeit am Song hat „alte Wunden aufgerissen“

Im Raum ist es dunkel, im Hintergrund läuft melancholische Klaviermusik. Die Kamera fokussiert das Gesicht eines jungen Mannes, über dessen Gesicht eine Träne rollt. Seine Augen schimmern feucht, und er sieht traurig aus. „Er kämpft für dich, er denkt an dich, er singt für dich und schreibt unter Tränen diesen letzten Brief“, fängt er mit warmer Stimme an zu singen. Es ist der Sänger Dominik Münch. Der 34-Jährige blickt gen Himmel und schreibt etwas auf ein Blatt Papier, neben ihm brennt eine Kerze. Dann läuft er im Anzug durch Düsseldorf.

Mit dem Video zu seinem neuen Song „Letzter Brief“ meldet sich der Mannheimer musikalisch zurück. Der gebürtige Germersheimer hat in den vergangenen Jahren viel durchgemacht (wir berichteten). In seiner Kindheit hatte es der gelernte Friseur nicht leicht. Als er dann 2008 und 2009 bei der Casting-Show „Deutschland sucht den Superstar“ auftritt, wird er über Nacht bekannt. Doch Streit mit Chefjuror Dieter Bohlen bringt ihm den Ruf eines Rüpels ein. Dennoch kann er eine Weile von seinem Ruhm leben. Als jedoch vor fünf Jahren sein Sohn Lenni stirbt, wirft ihn das aus der Bahn: Er nimmt Drogen. Heute hat er sein Leben wieder im Griff: Münch ist Wimpernstylist, und die Liebe zu seiner Freundin Julia gibt ihm Kraft.

„In dem Song geht es um meinen Sohn“, erzählt Münch. „Ich habe ihm noch mal ein paar Dinge gesagt, die mir auf der Seele brannten.“ Münch wolle, dass Lenni weiß, dass er ihn liebe und er an sich arbeiten wolle. Die Nummer geht ans Herz: „Du warst mein ganzer Stolz“, singt er gefühlvoll. Der Song ist im Dezember vergangenen Jahres entstanden. „Beim Schreiben habe ich Momente gehabt, in denen ich geweint habe und innerlich zerrüttet war“, gesteht Münch. Es habe „alte Wunden aufgerissen“, aber er sei froh, dass er das Lied geschrieben habe. „Als ich das Video im Januar gedreht habe, war ich natürlich angespannt, weil ich es gut machen wollte“, sagt der 34-Jährige.

„Und das Allerwichtigste war, dass ich mir gedacht habe: Hoffentlich gefällt es meinem Sohn.“ Denn Lenni sollte im Himmel stolz auf seinen Papa sein.

Schon 62 000 Klicks auf Youtube

Sein Produzent Prince Gabriel hat das Video realisiert. „Der Song kommt sehr gut an, dafür bin ich sehr dankbar“, sagt Dominik Münch. Er freut sich, dass er schon mehr als 62 000 Klicks auf Youtube bekommen hat – und über die aufmunternden Kommentare von anderen Nutzern. Diesen Monat möchte er sich erst einmal um seine Gesundheit kümmern. „Ich gehe für ein paar Wochen in eine psychosomatische Klinik, um noch mal alles zu verarbeiten, was mit meinem Sohn passiert ist“, sagt Münch. Außerdem will er an seinen Panikattacken arbeiten. Einen Plattenvertrag hat er derzeit noch nicht „Es wird sich zeigen, was in der Zukunft alles noch kommt“, so der 34-Jährige. Jedenfalls will er weitere Lieder veröffentlichen. „Ich werde immer Musik machen“, sagt er bestimmt. Denn damit kann er seine Gefühle ausdrücken. „Musik ist meine Liebe.“

Zum Thema