Mannheim

Fernsehen "Tagesthemen" mit ausgewogenem Kurzbericht

ARD zeigt „Partyzone“ im Mannheimer Jungbusch

Archivartikel

Mannheim.Der Anfang ist wenig schmeichelhaft. „Was haben New York und London gemein mit . . .“ – dann macht Ingo Zamperoni eine fiese Kunstpause und fügt schließlich „Mannheim“ mit ungläubig klingender Stimme hinzu. „Auf den ersten Blick nichts“, fährt der „Tagesthemen“-Moderator fort, ehe er erwähnt, was diese drei Städte verbinde: eine städtische Stelle, die sich um das nächtliche Miteinander kümmere. So habe Mannheim ja als erste deutsche Großstadt schon seit zwei Jahren einen Nachtbürgermeister.

Um den geht es in dem rund vierminütigen Beitrag gegen Ende der Nachrichtensendung am Montagabend  aber nur am Rande. Thema ist die „Partyzone“ Jungbusch. Feiernde Jugendliche und die damit verbundenen Probleme, besonders für die Anwohner. Beide Seiten kommen zu Wort, ebenso der neue Nachtbürgermeister Robert Gaa. Er verweist auf die Freiwilligen-Streifen vom Gemeinschaftszentrum Jungbusch, die seit Anfang August in Wochenendnächten deeskalierend wirken sollen. Hier sind es Laura Kruse und Emilio Trujillo, die das wirklich gut machen. Sogar in einer brenzligen Szene, in der die Kamera ausgeschaltet werden muss, weil Krawallmacher mit Schlägen drohen.

Dieser Vorfall wird indes nicht ausgeschlachtet. Generell überzeugt Reporterin Cecilia Knodt – auch wenn sie sich selbst etwas weniger ins Bild stellen könnte – mit besonnenem, professionellem Ton. Im Gegensatz zu der heftig kritisierten ZDF-Doku über die Neckarstadt vor zwei Monaten gibt es auch keine theatralischen Kommentare aus dem Off. Dieser Bericht könnte viele besänftigen, die seither Zweifel an der Sinnhaftigkeit ihrer Beiträge für die Öffentlich-Rechtlichen haben.

Info: Zum Jungbusch-Bericht der Tagesthemen in der ARD-Mediathek

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