Mannheim

Soziales Kinder- und Jugendzirkus „Paletti“ tritt für krebskranke junge Patienten auf – bewusst mit Abstand

Artistik im Klinik-Garten

Sie haben eigens eine frei stehende Trapez-Anlage auf der Wiese aufgebaut, sind dann durch die Luft gewirbelt, haben waghalsige Akrobatik-Figuren gezeigt, rasante Jonglage sowie Diabolo-Kunststücke geboten: Elf Artisten vom Kinder- und Jugendzirkus „Paletti“ kamen zu einem besonderen Gastspiel ins Universitätsklinikum, um die teils gleichaltrigen Patienten der Kinderkrebsstation zu unterhalten.

Wegen der Gefahren durch die Corona-Pandemie dürfen die durch ihre Krebstherapie geschwächten kleinen Patienten seit Monaten keinen oder ganz wenig Besuch empfangen. Sonst lädt der Rotary Club Mannheim-Brücke sie einmal jährlich ein und grillt für sie, doch das ging nun nicht. Daher ließen sich Präsident Rolf Neuhaus und sein Team etwas anderes einfallen – auch um doppelt zu helfen. Daher verpflichtete und honorierte der Club den Zirkus. „Da Künstler in der Corona-Zeit kaum Einnahmen haben, beauftragten wir den Zirkus, eben vor der Kinderklinik aufzutreten, die Patienten zu erfreuen und abzulenken“, so Rolf Neuhaus. „Lachende Gesichter bei Künstlern und Zuschauern erfüllten uns mit Freude“, so der Präsident. „Eine sehr schöne Abwechslung vom Klinikalltag“, so Chefarzt Horst Schroten und Oberarzt Michael Karremann von der Kinderklinik. Sie dankten dem Rotary Club, der die Zirkuskünstler engagierte, wie auch den jungen Artisten. „Durch die Einschränkungen der Pandemie sind solche Veranstaltungen umso wertvoller, da durch die stark reduzierten Besuchszeiten der Aufenthalt im Krankenhaus gerade für Kinder noch belastender wird“, erklärt Karremann. Die Rückmeldungen der Kinder und ihrer Eltern sei „sehr positiv“ gewesen. „Viele haben die Aufführung von ihren Zimmern, manche direkt im Park angeschaut“, beobachtete der Oberarzt und zitierte den sechs Jahre alten Patienten Lennox: „Das war alles sehr toll!“.

Abwechslung im Alltag

„Uns haben etwa 100 Kinder und Erwachsene haben zugeschaut, teils oben an den Fenstern, teilweise auch unten und von anderen Stationen“, beobachtete „Paletti“-Chef Tilo Bender. Auch seine jungen Artisten hätten sich sehr auf den Auftritt gefreut. „Sie waren sehr glücklich, dass sie den krebskranken Kindern eine Abwechslung zu ihrem Klinik-Alltag bieten konnten, in die Zirkuswelt abtauchen und sie in dieser Zeit ihre Krankheit vergessen konnten“, lobt Bender die „rundum gelungene Sache“.

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